Heimatschutz neu aufgestellt

Brauchtum & Geschichte, Kunst & Baukultur

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Eine personelle Blutauffrischung nach dem abrupten Rücktritt des Präsidenten sowie neu gefasste Statuten sorgen für Zukunfts-Fitness beim Zuger Heimatschutz.

Zug – Diese Blutauffrischung kann der Zuger Heimatschutz (ZHS) bestens gebrauchen, harren seiner doch laufend anspruchsvolle Aufgaben, namentlich bezüglich von Unterschutzstellungen und Schutzentlassungen. Das Verwaltungsgericht legitimierte erfreulicherweise den ZHS zum Beschwerderecht gegen Bebauungspläne, sofern er damit ein Objekt vor Schädigung bewahren will. Die Gefahr besteht nun aber darin, dass das neue Denkmalschutzgesetz diese Berechtigung bereits wieder ausser Kraft setzt.

Die Generalversammlung (GV) nahm denn auch mit sichtlicher Genugtuung davon Kenntnis, dass das zusammen mit drei weiteren Vereinen ergriffene Referendum dagegen zustande kam und das Volk am 24. November den endgültigen Entscheid fällt, wie Regierungsrat Andreas Hostettler mitteilte.

Ehrenpräsident springt ein

Erstaunlich emotionslos «verdaute» die GV den abrupten Rücktritt des seit 2014 amtierenden Präsidenten Meinrad Huser. Viel zur Beruhigung der Situation und zur kontinuierlichen Fortsetzung der Arbeiten trug Ehrenpräsident Alex Briner bei, welcher spontan und mit Elan die Lücke bis zur GV ausfüllte! Auf Anfrage aus dem Publikum nannte er als Grund der per sofort erfolgten Demission «unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der Ausrichtung des Vereins innerhalb des Vorstandes». Er freute sich ganz ausserordentlich, binnen der zur Disposition gestandenen kurzen Frist einen geeigneten und fähigen Vorsitzenden benennen zu können: Felix Gysi, alt Verwaltungsrichter und mittlerweile Ersatzrichter am Obergericht.

Einhellig folgte die GV diesem Vorschlag, ebenso den Vorstandsnominationen der Buchhändlerin Susanne Giger und des Baujuristen Paul Baumgartner. Sie treten an die Stelle der mit grossem Dank verabschiedeten Caroline Lötscher und Markus Jans. Esther Löffel würdigte den wertvollen und erfolgreichen Feuerwehreinsatz Alex Briners mit Gedanken und Geschenken.

Herz und Seele des Heimatschutzes

Ehrend gedachte die Versammlung der verstorbenen Christine Kamm-Kyburz, dem «Herz, dem wandelnden Gedächtnis und der Seele des Heimatschutzes», so Alex Briner, welche 1989 den ZHS mitgründete und ihm seither ununterbrochen als Aktuarin und faktische Geschäftsstelle dank ihrer profunden Kenntnisse von Kunst und Architektur ausserordentlich vielgestaltige und segensreiche Dienste leistete. Als überaus innovative und kreative Persönlichkeit rückte sie auch während zwölf Jahren in Vorstand und Geschäftsausschuss des Schweizer Heimatschutzes (SHS) auf, den sie obendrein im «Fonds Landschaft Schweiz» der Bundesversammlung vertrat. Sogar 15 Jahre währte ihr Engagement in der Wakkerpreiskommission.

Nicht zuletzt Vorgaben des SHS bewog den Vorstand der Zuger Sektion dazu, die Statuten total zu revidieren. Der artikelweisen Durchberatung erwuchs keinerlei Opposition; mithin entstand ein griffiges, präzise formuliertes, zeitgemässes und praktikables Grundgerüst des Vereins, das unter anderem eine professionalisierte Geschäftsstelle sowie die Überführung des neuerdings gesamtschweizerisch vereinheitlichten Mitgliederbeitrages beinhaltet.

Der Wakkerpreis geht am 29. Juni an Langenthal; die Denkmaltage finden unter Beteiligung des ZHS am 14./15. September statt, sie widmen sich dem Thema Farben. Die Teilnehmenden fühlten sich im Saal der Ziegelhütte der Korporation Baar-Dorf wohl, fachkundig vorgestellt seitens Philippe Barts. Die Architekten Oliver Guntli und Ruedi Zai beleuchteten die hürdenreiche Geschichte der Renovation der Ziegelhütte, welche überraschende und allseits befriedigende Resultate zeitigte!

Für den Zuger Heimatschutz: Jürg Johner