Wo die Stube auf der Wiese ist

Bühne, Musik

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Noch ist es ruhig am Waldrand. Schon bald aber setzen die Macher des Waldstock-Festivals auf dem Gelände das 19. Motto um. Es lautet «Willkomme dihei».

  • Eine Impression vom letztjährigen Waldstock-Festival. Es herrschte guter Betrieb. (Bild Stefan Kaiser)
    Eine Impression vom letztjährigen Waldstock-Festival. Es herrschte guter Betrieb. (Bild Stefan Kaiser)

Steinhausen – Zahlreichen Zugern dürfte das Waldstock-Gelände in der Zeit vom 2. bis zum 4. August ein zweites Zuhause geworden sein. Zumindest startet das kultige Festival dieses Jahr unter dem Motto «Willkomme dihei». Für OK-Präsident Tobias Glauser ist klar: «Wenn dies das Gefühl ist, das wir auslösen, dann ist das natürlich genial». Ursprünglich vom WG-Gedanken herkommend, haben die Festival-Macher demokratisch entschieden, dieses Jahr die Stube auf die Wiese zu bringen. Die Vorbereitungen sind eineinhalb Monate vor Festival-Beginn weit gediehen. «Die Planung ist gemacht, die Bestellungen sind aufgegeben und werbetechnisch ist alles aufgegleist», sagt Glauser.

Wobei der OK-Präsident nicht bestreiten will, dass das bekannte Festival in der Region eigentlich keiner Werbung bedarf. «Wir investieren in Plakate, Flyer und ins Digitale, weil das schön ist, weil das kleine Kunstwerke sind, die uns am Herzen liegen». Im Kanton Zug ist das Festival schon gut bekannt. Es sei mehr ein «Darauf-aufmerksam-Machen».

Auftakt mit südafrikanischem Folk

Wer das Festival am Steinhauser Waldrand besucht und über die Wiese den Hügel hinaufgeht, vorbei an den vielen Velos, die kreuz und quer auf dem Feld stehen, könnte dieses Jahr mitten im Gras durchaus ein Sofa stehen finden und daneben vielleicht einen Ofen. «Die Umsetzung des Mottos ist ein dynamischer Prozess», sagt Glauser. Man plane im Team zwar schon. Aber dann betrete man die Wiese und denke plötzlich: «Hey, warum machen wir nicht noch dies oder das?» So entstehe oft noch einiges mehr. Den diesjährigen Auftakt macht der südafrikanische Folk-Musiker Jpson, der sich wie viele der Festival-Künstler gerade auf Europatournee befindet. «Wir setzen gerne auf ausländische Künstler, die zwar sehr gut, in der Schweiz aber wenig bekannt sind», sagt Glauser. Zum wiederholten Male am Festival anzutreffen sind aber auch das Zuger Rock- und Reggae-Trio The Return of Margrit Garlic, das als «Hausband» gelten darf. Am Festival sollen Jung und Alt gut aufgehoben sein. Nach Sonnenuntergang werden am ersten Abend Kurzfilme und an den anderen beiden Abenden je ein Film gezeigt. Diese können in «gemütlicher und interessanter Atmosphäre» diskutiert werden, so Glauser.

Überraschungsparcours für Kinder

Für das leibliche Wohl sorgt die Waldstock-Küche und für Nachtschwärmer haben bis spät in die Nacht hinein vier Bars geöffnet. Dank seiner Überschaubarkeit ist das Waldstock auch für Eltern mit Kindern geeignet. Am Samstagnachmittag soll der Nachwuchs an einem Überraschungsparcours dann auf seine Rechnung kommen. All das möglich machen zirka 400 Helfer – ehrenamtlich, aus Freude am Fest. Nebst dem neunköpfigen Kernteam des Waldstock-OK kommen viele fleissige Hände zum Einsatz, welche die Infrastruktur und szenischen Elemente aufbauen, und grosse Helferscharen, die das Festival drei Tage lang betreiben. Die Vorfreude auf das Festival ist im OK bereits gross. Und was tun die Eventmanager, nachdem der Anlass über die Bühne gegangen ist? «Kaum ist ein Festival fertig, fangen bei gewissen Ressorts die Vorbereitungen für das nächste schon wieder an», antwortet Glauser. Im kommenden Jahr steht dann mit der 20. Ausgabe des Festivals ein Jubiläum an. (Christian Tschümperlin)