Hier kommt’s nicht gut, oder doch?

Volkskultur

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Zur Premiere der Komödie «Jetzt chunnts ned guet», der sich die Theatergruppe Oberägeri angenommen hat, erschienen am Samstag zahlreiche Gäste. Die Schauspieler boten beste Unterhaltung.

  • Regi Müller und Dani Blattmann mimen Metzgermeister Kari Wurst und Bäckermeisterin Maggy Mehl. (Bild Stefan Kaiser)
    Regi Müller und Dani Blattmann mimen Metzgermeister Kari Wurst und Bäckermeisterin Maggy Mehl. (Bild Stefan Kaiser)

Oberägeri – Komödien kennen viele Facetten. Einige Szenen leben vom schwarzen Humor, andere von der Schadenfreude oder vom Slapstick. Und dann gibt es diesen ganz typischen Stammtisch-Humor: schlagfertig, manchmal unter der Gürtellinie und dem anderen immer ein Stück weit voraus. Davon erhält das Publikum in der ersten Szene von «Jetzt chunnts ned guet» schon eine köstliche Probe. Der Metzger (gespielt von Daniel Blattmann), der Wirt (Damian Henggeler) und die Bäckermeisterin (Regi Müller) fetzen sich beim Jassen auf dem Dorfplatz mit flotten Sprüchen. Die Bäckermeisterin etwa meint zum Metzger, bis er ein Kalb geschlachtet habe, habe dieses schon selber gekalbert.

Bekanntlich wird im Theater nichts dem Zufall überlassen. Dass der Metzger beim Jassen noch Blutflecken auf seiner Schürze hat oder der Wirt Abfallsäcke auf seiner Terrasse lagert, wird sich als symptomatisch erweisen. Doch noch schlägt sich die Bäckermeisterin höchstens mit ihrer Schwester herum und der Metzger mit seiner Frau. Doch der Dorffriede täuscht. Als der trottelige Wachtkommissar (Josef Iten) und die ehrgeizige Gesundheits­inspektorin (Maria Nussbaumer) die Bühne betreten, droht die Situation ausser Kontrolle zu geraten. Der Wirt lässt nichts unversucht, die beiden hinters Licht zu führen. Dabei führten urkomische Dialoge immer wieder zu Gelächter im Saal. Ob die Geschichte am Ende doch gut ausgeht, das sei an dieser Stelle nicht verraten.

Rollenvorbilder im Dorf

Was aber sicher gut angekommen ist, ist die schauspielerische Leistung der Theatergruppe. Daniel Blattmann als Metzger, der kurz vor der Vorstellung von sich noch sagte, er werde erst nervös, wenn der Vorhang aufgeht, meint: «Für einen guten Schauspieler sind Mimik und Gestik eine grosse Sache. Diese gelingen nur, wenn man sich in die Rolle hineinleben kann.» Dabei komme ihm ab und an auch jemand aus dem Dorf in den Sinn, um die Rolle gut verkörpern zu können.

Für Regisseur Erich Müller sind Komödien anspruchsvolles Theater, weil man das Publikum zum Lachen bringen muss. «Dabei ist die Übertreibung ein wichtiges Stilmittel», so Müller. Dass sich die Theatergruppe auf das Risiko einer Komödie einlässt, ist Müller zu verdanken. Er hat das letzte Wort. Zuvor hatte die Spielkommission der Theatergruppe eine mögliche Auswahl vorgenommen. Das viele Proben seit Mitte August jedenfalls hat sich gelohnt. Für die Theatergruppe Oberägeri ist «Jetzt chunnts ned guet» das letzte Stück vor dem 40-jährigen Jubiläum im nächsten Jahr. Dann heisst es bestimmt wieder: ganz grosses Kino! (Christian Tschümperlin)

Hinweis
Weitere Vorstellungen: Mittwoch, 21. November, Freitag und Samstag, 23. und 24. November, um 20Uhr, Sonntag, 25. November, um 17 Uhr sowie Mittwoch und Freitag, 28. und 30. November und Samstag, 1. Dezember, um 20 Uhr.