Prost zum Fünfzigsten

Bühne

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Historisch und brandaktuell: ein Stück um Unabhängigkeit, Fremdbestimmung und Werte der Zuger Spiillüüt in Koproduktion mit dem Theater im Burgbachkeller.

  • Die Zuger Spiillüüt während einer Probe. (Bild PD)
    Die Zuger Spiillüüt während einer Probe. (Bild PD)

Zug – Zum 50-Jahr-Jubiläum ihres Stammlokals, des Theaters im Burgbachkeller, spielen die Zuger Spiillüüt eine Mundartfassung der Theaterfassung «Der Schwarze Schumacher» von Theodor Hafner, welches er 1939 für die Landesausstellung geschrieben hat. Das Stück beschreibt den Aufstieg und Fall des Zuger Ammanns Joseph Anton Schumacher, der wegen seines düsteren Aussehens als «schwarzer Schumacher» bekannt gewesen war.

Es spielt zwischen 1728 und 1736 in der Zeit des sogenannten «1. Harten- und Lindenhandels». Dies war ein Konflikt zwischen den damaligen Zuger Parteien, den antifranzösischen «Harten» und den französisch zugewandten «Linden».

Der «Sprecher des einfachen Mannes»

Gegensätze zwischen Amt und Stadt sowie soziale und religiöse Spannungen prägten damals den Alltag. Schumacher wurde im Verlauf seines turbulenten Lebens zu einer Galionsfigur für die Partei der «Harten», die ihren Namen ihrer radikalen und unerbitterlichen Einstellung verdankten. Schumacher sah sich selbst als Sprecher des einfachen Mannes. Ab 1731 wurde er als Ammann zu einem der mächtigsten Männer in Zug. Schumacher wurde 1735 wegen Landesverrats auf ewig verbannt und zum Dienst auf der Galeere verurteilt. Kurz danach starb er auf dem Weg zum Strafvollzug.

Das Stück beleuchtet das Leben, die Politik und den Alltag im 18. Jahrhundert in Zug und zeigt sowohl die lustigen als auch ernsten Momente des Lebens von Joseph Anton Schumacher. Die Zuger Spiillüüt versprechen einen historischen Abend voller Witz und Tragik gepaart mit Machtkämpfen, Liebe und Intrigen. Regie führt in dieser Saison zum ersten Mal der Zürcher Yves Raeber.

Die Zuger Spiillüüt freuen sich, das Zuger Stück in Koproduktion mit dem Theater im Burgbachkeller aufzuführen und so dessen 50. Geburtstag gebührend zu feiern. Das Haus wurde im 16. Jahrhundert an der St.-Oswalds-Gasse in Zug erbaut und zunächst als Spital benutzt. Das neue Spital am Burgbach gehörte mit seinen drei Stockwerken und den dreiteiligen, spätgotischen Fenstern zu den grössten und repräsentativsten Profanbauten der Stadt. Genannt wurde es Spittel und es diente bis 1857 als Spital.

2019 ist nicht nur das 50-Jahr-Jubiläum des Theaters im Burgbachkeller, es ist auch die letzte Saison des Theater­leiters Roland Schlumpf: Nach 23 Jahren wird er die Leitung im Sommer an die Zugerinnen Giannina Masüger und Madeleine Flury übergeben. Nach so vielen Jahren ist dem Theaterleiter etwas mulmig zumute, da das Theater seine zweite Familie war und er viele Künstler kennen lernen konnte, von denen er sich bald verabschieden muss. Umso mehr freut er sich auf die Highlights des Jubiläumsjahrs. Die Zuger Spiillüüt machen mit «De schwarz Schuemacher» den Anfang.

Für die Zuger Spiillüüt: Barbara Hess

Hinweis
Premiere: Freitag, 18. Januar 2019. Spieldauer: 19. Januar bis 16. Februar 2019.
Vorverkauf: www.zuspi.ch oder www.burgbachkeller.ch
Preise: Erwachsene 35 Franken, Kinder, Jugendliche bis 16 und Studenten mit Legi 24 Franken.