Wie in einer grossen Familie

Bühne, Musik

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Die 19. Ausgabe des Waldstock-Open-Air-Spektakels ist Geschichte. Der Samstagnachmittag gehörte ganz den kleinen Besuchern. Mit dem diesjährigen Motto hat das OK den Nagel auf den Kopf getroffen.

  • Ob ein Bad inmitten bunter Bälle, ein Kartenspiel oder das Konzert von The Return of Margrit Garlic: Am Waldstock-Samstag kamen Jung und Alt auf ihre Kosten. (Bilder Roger Zbinden)
    Ob ein Bad inmitten bunter Bälle, ein Kartenspiel oder das Konzert von The Return of Margrit Garlic: Am Waldstock-Samstag kamen Jung und Alt auf ihre Kosten. (Bilder Roger Zbinden)

Steinhausen – Am Steinhauser Waldrand fand am Samstag der dritte und letzte Tag des Waldstock-Festivals statt. Das mit grosser Liebe zum Detail gestaltete Festivalgelände war zuerst das Reich der Kleinen. Der Kindernachmittag bot einen Postenlauf mit verschiedenen Aktivitäten, wie zum Beispiel Eintauchen in ein Bad aus bunten Bällen. Den Kindern schien, im Gegensatz zu den Eltern, die grosse Hitze nicht allzu viel auszumachen.

Der Kindernachmittag wurde von der Pfadi Winkelried Cham-Steinhausen-Hagendorn und Jungwacht und Blauring Steinhausen organisiert. Neben dem abwechslungsreichen Postenlauf verzauberte der Zauber­künstler Michel sein Publikum in seinem Zirkuswagen «Varieté Triché». Tobias Glauser, der Präsident des Organisationskomitees (OK), berichtete, dass man aufgrund der grossen Hitze die Wasserpreise deutlich gesenkt habe, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Ebenfalls installierten die Veranstalter grosse schattenspendende Sonnenschirme, um in der grossen Hitze einen Rückzugsort zu bieten. Ab und zu spendete ein Lüftchen eine kurze Abkühlung.

Selbstgemachte Smoothies im «Strebergärtli»

Als Rückzugsort boten sich ebenfalls die liebevoll gestalteten Bars an, welche rund um das Festivalgelände aufgebaut wurden. Laura Hutter (18) aus Steinhausen hat zusammen mit einigen Freunden das «Strebergärtli» geführt. Dort gab es unter anderem selbstgemachte Smoothies zu kaufen. Sie kam vor acht Jahren auf die Idee, einen eigenen Stand zu bauen, weil es damals ihrer Meinung nach zu wenig für die Kinder gab: «Ich habe ordentlich gemotzt, und dann wurde mir gesagt, wenn ich etwas ändern wolle, könne ich das gerne tun.» Das sei der Ursprung einer nun achtjährigen Tradition gewesen.

Genau solche Geschichten machen das Waldstock, zu dem was es ist. Ein Festival, an dem man sich wohl fühlt von dem Moment an, in dem man durch den Eingang läuft. Für Glauser und auch Hutter war eines der besten Worte, um das Open Air zu bezeichnen, «familiär». Wer schon einmal dort war, erkennt sofort warum. Die Stände und Bars sind sehr aufwendig und schön gestaltet. Für Leute, welche spontan eine Übernachtungsgelegenheit benötigten, existierte ein Gemeinschaftszelt, in dem man nächtigen konnte. Kurz: Das Motto «Willkomme Dihei» war klar ersichtlich.

Elija Flühler (18) aus Zug arbeitete zusammen mit Laura Hutter im «Strebergärtli». Für ihn war speziell, wie hilfsbereit die Leute waren. Die Harmonie, die das Festival gegen aussen ausstrahlte, war also auch hinter den Kulissen vorhanden. Ebenfalls sei es interessant, einmal frei von Vorgesetzten zu sein, sagte Elija Flühler.

Freitag und Samstag waren im Vorfeld ausverkauft

Tobias Glauser zeigte sich sehr zufrieden, wie das Waldstock dieses Jahr abgelaufen ist. «Abgesehen vom Donnerstag ist das Waldstock-Festival im Vorverkauf ausverkauft gewesen. Wir veranstalteten noch einen Abendverkauf, aber wir mussten die Limite von 1500 Personen auf dem Gelände respektieren.» Gesamthaft hätten etwa 4000 Besucher das Waldstock besucht.

Das Waldstockfestival differenziert sich von anderen Festivals durch den Charme, den es ausstrahlt. Dazu trägt neben der wunderschönen Kulisse auch das Programm bei. Nachdem am Samstag der Kindernachmittag zu seinem Ende fand, eröffnete die Hausband The Return of Margrit Garlic den Festivalsamstag in der Cuba-Bar. Das Zuger Trio spielt hauptsächlich Rock und Reggae. Später folgten Akim, ein kanadisch-italienischer Multi­instrumentalist, Papa Dada, Ez­za, Trampeltier of Love, Holly Holden y Su Banda, Uncle Bard & The Dirty Bastards und die Band Otto Normal.

Neben der Musik gab es nach Sonnenuntergang noch einen Film, «Eddie the Eagle», zu sehen. Dieses einzigartige Festival lässt einen vergessen, dass man an einem Festival ist. Man fühlt sich willkommen und gut aufgehoben. So wie in einer Familie. (Jonas Indra)