Sonntag 19. Januar 2020

Öffentliche Führung

Brauchtum & Geschichte, Kunst & Baukultur

Kunsthaus Zug, Zug

  • Datum 19.1.2020  10:30 - 12:00
  • Erg. Zeitangaben Öffnungszeiten:
    Dienstag - Freitag von 12.00-18.00 Uhr
    Samstag - Sonntag von 10.00 - 17.00 Uhr
  • Ort Kunsthaus Zug, Zug
  • Link
  • Preis CHF 15.00 / 12.00
    Die Veranstaltung ist im Eintrittspreis inbegriffen.
  • Kategorie Kunst allgemein, Malen / Zeichnen, Museumsführung
  • Barrierefreiheit Rollstuhlgängig, Zu-/ Eingang bodeneben, Zu-/ Eingang zur Toilette bodeneben, Blindenhunde zugelassen, Heller Raum / Helle Räume, Rollstuhl vorhanden
  • Vergünstigungen Mitglieder gratis, Ermässigung für Lernende / Studierende bis 25 Jahre, Ermässigung für Senioren mit AHV Ausweis, Ermässigung für Gruppen, Ermässigung mit Invaliditäts-Ausweis, Kinder unter 16 Jahren gratis, Museumspass: Freier Eintritt, Museumsverbund: Freier Eintritt für Mitglieder, Raiffeisen-Kunden: Freier Eintritt, Swiss Pass: Vergünstigung, Zuger Kunstgesellschaft: Freier Eintritt für Mitglieder

Rundgang durch die Ausstellungen 'My Mother Country – Malerei der Aborigines' und 'Emily Kame Kngwarreye'. Mit Sandra Winiger, Leiterin Kunstvermittlung.

Draussen wird es kühl, nass und grau, drinnen im Kunsthaus Zug leuchten warme Farben von weit her: aus Australien. Grossformatige, meist abstrakte Bilder, erdig und sinnlich. Sie wirken verblüffend modern und künden doch geheimnisvoll von Ritualen und einer grossen Verbundenheit zur Kraft der Natur. Die Vergangenheit des Gebiets, von dem diese intensiven Farben her leuchten, ist eine dunkle. Es ist das Northern Territory und konkret die Umgebung von Alice Springs, wo Aborigines in Reservate versetzt wurden. In weitläufigen Wüstenstreifen haben entwurzelte Menschen mit Pinsel, Farbe und Leinwand ihre Identität auf individuelle Weise neu zum Ausdruck gebracht. Hierher war 1971 der australische Kunstvermittler und Künstler Geoffrey Bardon mit den Malutensilien gereist: Erst arbeiteten Kinder damit, bald auch Erwachsene. Er hatte Interesse für die eigenen ästhetischen Vorstellungen der Aborigines, ihre Mythen, das Malen auf Körpern, im Sand und auf Stoff – für ihre Herkunft. Die neuen kraftvollen Bilder auf Leinwand wurden in Kunstkreisen bald hochgeschätzt und sind heute in den bedeutenden Kunstmuseen Australiens ebenso vertreten wie in Kunstsammlungen in den USA und in Europa.

Ins Northern Territory reiste auch das Ehepaar Joëlle und Pierre Clément, das heute in Zug wohnt. Immer wieder sind sie seit den späten 1990er-Jahren in die Gebiete der Aborigines in der Region von Alice Springs zurückgekehrt, um den Urheberinnen und Urhebern der Werke zu begegnen und in persönlichen Kontakten zu jener hochkarätigen Auswahl zu gelangen, die sie im Kunsthaus Zug erstmals vorstellen. Es ist überhaupt die erste thematische Präsentation von moderner Aborigines-Malerei in einem Schweizer Kunstmuseum, nachdem deren Bedeutung im zeitgenössischen Kunstkontext in wichtigen Kunst-Instituten in Europa aufgezeigt wurde. Die Präsentation der Sammlung Pierre und Joëlle Clément im Kunsthaus Zug umfasst rund 80 sorgsam ausgewählte Werke von 50 Künstlerinnen und Künstlern aus der Zeit von 1998 bis 2008.

Eine der wichtigsten und international gefeierten Vertreterinnen der ersten Stunde ist in einer gesonderten Einzelausstellung zu sehen: Emily Kame Kngwarreye (1910 – 1996). Sie wuchs in Utopia (Region Alice Springs) auf und lebte und arbeitete nach der Zeit der Reservate auf einer Farm, wo ihr künstlerisches Potential gefördert wurde. Ihr bedeutendes malerisches Werk auf Leinwand ab 1988/89 wurde weltweit gezeigt, so an den Biennalen in Venedig 1997 und 2015, und ist in Sammlungen namhafter australischer und US-amerikanischer Kunstmuseen vertreten. Mit 20 ausgesuchten Gemälden unterschiedlicher Werkphasen, darunter mehrere Grossformate, aus zwei australischen Privatsammlungen wird die Künstlerin erstmals in Europa im Kunsthaus Zug in einer Einzelausstellung exklusiv vorgestellt.

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