Das Volk redet bei der Kultur in Zug mit

Dies & Das

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Die rasante Entwicklung der Stadt hat auch Einfluss auf das Kulturleben. Die bestehende Kulturstrategie von 2009 soll nun erneuert werden. Dies unter starkem Einbezug von Kulturschaffenden wie auch der Bevölkerung.

  • Blick über den Kolinplatz in Richtung Zytturm in der Stadt Zug. (Bild Stefan Kaiser)
    Blick über den Kolinplatz in Richtung Zytturm in der Stadt Zug. (Bild Stefan Kaiser)

Zug – Mit dem Millenniumswechsel hat die Stadt Zug begonnen, ein vertieftes Augenmerk auf ihre Kulturpolitik zu legen. Per Ende 2000 wurde ein Dokument erarbeitet, welches unterschiedliche Massnahmen für ein Kulturleitbild formulierte. Knapp zehn Jahre später wurde dieses durch eine Kulturstrategie ersetzt. Die Kernbotschaften waren, den Dialog zwischen Kultur und Wirtschaft zu unterstützen, physische und mentale Freiräume zu schaffen und einen lebendigen kulturellen Austausch zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu fördern.

Wichtig war der Stadt Zug von Anbeginn, dass die Kulturschaffenden in diesen Erarbeitungsprozess miteinbezogen werden. Im Rahmen von intensiven Workshops wurde Ende 2008 und Anfang 2009 gemeinsam eine aktualisierte Kulturstrategie erarbeitet. «Die darin formulierten Massnahmen sind grossmehrheitlich umgesetzt worden», wie Jacqueline Falk, stellvertretende Leiterin der Abteilung Kultur, rückblickend sagt.

Jetzt – eine Dekade nach den ersten Workshops – ist eine neuerliche Weiterentwicklung der Kulturstrategie angezeigt. Das Wachstum der Stadt und die demografischen Entwicklungen haben auch deutliche Auswirkungen auf den Kulturbereich. Die Anforderungen sind generell komplexer geworden.

Reiche Beteiligung am ersten Zukunftsforum

Die Kulturstrategie der Stadt Zug in einem weiteren partizipativen Verfahren zu erneuern, ist deshalb für den Stadtrat wichtiges Anliegen und Ziel der Legislatur 2019-2022.

Den Anfang dieser Aktualisierung und Aufarbeitung bildete das vom Stadtrat Zug beauftragte sogenannte Zukunftsforum I am vergangenen Wochenende. An die 100 Kulturschaffende und Vertreter aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, welche das Kulturleben der Stadt Zug massgeblich mittragen, nahmen am Anlass im Theater Casino teil. «In diesem ersten Zukunftsforum ging es darum, mit Vertreterinnen und Vertretern aus vielfältigen Gruppen der Zuger Bevölkerung Meinungen und Ideen für die Zukunft der städtischen Kulturpolitik und -förderung zu sammeln», erklärt Jacqueline Falk. Es sei der Stadt Zug gelungen, eine sehr diverse, repräsentative Gruppe zusammenzubringen. «Dennoch haben gewisse Vertreter der Bevölkerung an diesem Forum gefehlt, beispielsweise die Kinder und Jugendlichen der Stadt Zug», so Jacqueline Falk und Iris Weder, seit 1. Juli Leiterin der neuen Abteilung Kultur. Es seien aber separate Workshops mit dieser Anspruchsgruppe geplant, um auch die Meinungen, Bedürfnisse und Wünsche der nachfolgenden Generationen zu berücksichtigen.

Im Rahmen professionell moderierter Gruppen-Workshops diskutierten die Teilnehmenden gemeinsam über zentrale Fragen zum Zuger Kulturleben und der Weiterentwicklung der Strategie.

Aktiv mitwirken an der Entwicklung

Was bietet der Platz Zug für Chancen? Was sind besondere Herausforderungen? Was braucht es für eine künftige «Kulturstadt Zug»? Was wünschen sich Kulturschaffende generell? Wo sehen sie die Stadt Zug in 40 Jahren? Die Gedanken zu solchen und weiteren Punkten wurden gesammelt und dienen der Weiterentwicklung der Kulturstrategie. «Unser Ziel ist es, diesen Prozess auch für weitere Kreise zu öffnen», sagt Jacqueline Falk hierzu und kommt auf eine demnächst aufgeschaltete Mitwirkungsplattform zu sprechen. Konkret: «Vom 19. Oktober bis 15. November kann sich die Bevölkerung unter www.mitwirken-zug.ch mit Ideen, Vorschlägen und Kritik in Bezug auf die zukünftige Kulturstrategie einbringen.» Zweck dieser Onlineplattform ist es, die am Zukunftsforum erarbeiteten Themen der gesamten Bevölkerung zur Diskussion zu unterbreiten. Die aus dem Forumsanlass resultierenden Inputs können hier von der Öffentlichkeit kommentiert, verdichtet und ergänzt werden. «Es sind auch neue Ideen und Themenvorschläge möglich – und erwünscht», ergänzen Jacqueline Falk und Iris Weder. Auf der Onlineplattform können Interessierte einen Newsletter abonnieren, der sie hinsichtlich der Strategieerneuerung auf dem Laufenden hält.

Die gesammelten Resultate aus dieser Mitsprache durch die Bewohnerinnen und Bewohner dienen einem ersten Strategieentwurf zur Diskussion in der Steuergruppe. Diese setzt sich namentlich zusammen aus Stadtpräsident Karl Kobelt, Bildungsvorsteherin Vroni Straub-Müller, Regula Kaiser als Vorsitzende der Stadtentwicklungsgruppe und Iris Weder, Leiterin der Abteilung Kultur.

Am Zukunftsforum II Ende Februar 2021 werden schliesslich konkrete Leitsätze und erste Umsetzungsmassnahmen formuliert und die neue Strategie ausgearbeitet mit konkreten Zielen. Im Anschluss wird die aktualisierte Kulturstrategie der Stadt Zug der Öffentlichkeit präsentiert. (Andreas Faessler)