Hereinspaziert ins Daheim

Bühne, Musik

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Die Aufbauarbeiten auf dem Waldstockgelände laufen bereits seit zwei Wochen. Das Motto «Willkomme Dihei» lässt sich schon an den sorgfältig gestalteten Bars und Essensständen erkennen.

  • Die freiwilligen Helfer basteln und bauen: Sogar ein Badezimmer gibt es auf dem Festivalgelände. (Bild Stefan Kaiser)
    Die freiwilligen Helfer basteln und bauen: Sogar ein Badezimmer gibt es auf dem Festivalgelände. (Bild Stefan Kaiser)

Steinhausen – Die Vorfreude bei Zuger Open-Air-Fans steigt. Das fest etablierte «Waldstock» am Steinhauser Waldrand steht kurz bevor. Damit dieses Jahr vom 2. bis 4. August ein reibungsloser Ablauf und eine stimmungsvolle Atmosphäre garantiert sind, beginnen die Helfer bereits zwei Wochen vor dem Open Air mit den Aufbauarbeiten. In einem ersten Schritt werden die groben Arbeiten erledigt, wie der Bühnenaufbau, das Zusammensetzen der Bars und Essenstände, während in einem nächsten Schritt das Feintuning ansteht. Insgesamt sind während der Arbeiten und der Konzerte 300 Helfer im Einsatz.

Am Montagmorgen stehen bereits einige Bars, der Technikturm und auch an der Bühne wird fleissig geschraubt. «Willkomme Dihei» lautet das Motto, weshalb jede Station auf dem Festgelände ein Raum einer WG darstellt, wie beispielsweise das Badezimmer, die Küche oder die Bücherecke. «Jede Station wird von einem Team bearbeitet. Bei der Umsetzung des Mottos dürfen sie ihrer künstlerischen Ader freien Lauf lassen», berichtet Tobias Glauser, Präsident des Organisationskomitees (OK). Und dank dieser freien Gestaltungsmöglichkeit entstehen viele kreative «Zimmer». So stellt ein Essensstand eine Schachtel Pommes dar, eine Bar ist in rustikalem Badezimmerstil gestaltet, und eine andere bildet das Schlafzimmer.

Am Wochenende allein waren rund 100 Leute am Aufbau beteiligt. «Der Aufwand für das Fest ist gross, aber auf jeden Fall lohnenswert», sagt Tobias Glauser. Denn auch hinter den Kulissen und Ständen läuft viel. Dort wird sämtliches Material gelagert, welches später benötigt wird: wie Kessel, literweise Getränke und Kochutensilien. Hinter der Bühne stehen weiter einige Zelte der Helfer. «Jene, die lange Schichten haben, übernachten tatsächlich in ihren Zelten auf dem Gelände und machen sich nach einer Nacht im Freien frisch ans Werk», so Tobias Glauser. Grundsätzlich fänden sie genug Helfer für das Waldstock, lediglich die späten Schichten seien ab und an etwas schwierig zu besetzen. «Unsere Helfer sind mit Leidenschaft bei der Arbeit. Für sie beginnt das Festival bereits während der Aufbauarbeiten», weiss der OK-Präsident. Wegen der Trockenheit in den vergangenen Wochen mussten die Veranstalter umsatteln, vor allem im Küchenbereich. Da sie nicht mit Gas kochen dürfen aufgrund der Brandgefahr, wurde alles auf Elektro umgerüstet. Laut Tobias Glauser kein grosses Problem. «Da die Trockenheit absehbar war und wir in einer der letzten Saisons bereits einmal auf Elektro umsteigen mussten, wussten wir schnell, wo wir die entsprechenden Geräte besorgen können», erzählt er.

Kein Schatten auf Gelände

Die grössere Herausforderung ist die Hitze, da es auf dem Gelände weder Bäume noch ein schattiges Plätzchen gibt. Deshalb müsse man bei den Aufbauarbeiten genügend trinken und während des Festivals schliesslich für genügend Schatten sorgen, so Glauser. «Hier oben herrscht Jahr für Jahr familiäre Stimmung. Die Besucher kennen sich, kennen die Helfer und teilweise Leute aus den Bands. Das macht unser Open Air einzigartig», findet Tobias Glauser. Die Aufbauarbeiten laufen noch bis Mittwochabend. Dann weicht die gegenwärtige Ruhe guter Musik, lauschigen Gesprächen und ausgelassener Stimmung. (Vanessa Varisco)

Hinweis
Weitere Infos: www.waldstock.ch