Ein buntes Fest für alle Sinne

Brauchtum & Geschichte, Theater & Tanz

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Am Samstag fand bereits das zweite Oswalds-Gassen-Fest statt. Verschiedene Kulturinstitutionen machten dieses mit Führungen, Ausstellungen und kulturellen Leckerbissen zu einem Erfolg.

  • Schwester Regina zeigt Pius Glanzmann Holzschnitzereien aus Afrika (Bild links), während Lucy und Lucky ein Strassentheaterstück aufführen. (Bilder Roger Zbinden)
    Schwester Regina zeigt Pius Glanzmann Holzschnitzereien aus Afrika (Bild links), während Lucy und Lucky ein Strassentheaterstück aufführen. (Bilder Roger Zbinden)

Zug – Der kapverdische Eintopf mundete ausgezeichnet und war genau das Richtige vor dem Prosecco in der Elfen-Bar des «Oswalds Eleven». Dort konnte man von 12 bis 15 Uhr im Stundentakt die wortakrobatischen Kurztexte von Judith Stadlin und Michael van Orsouw alias «Satz&Pfeffer» geniessen. «Cachupa» sei eine Hauptmahlzeit, erklärte Schwester Regina von der St.-Petrus-Claver-Sodalität einige Meter weiter. «Das Gericht wird häufig mit Reis und einem Spiegelei serviert», sagte sie.

Am Samstag stand bereits das zweite Oswalds-Gassen-Fest auf dem Programm. Acht Kulturinstitutionen öffneten von 11 bis 16 Uhr ihre Türen und liessen die beschauliche Gasse dadurch mit allen Sinnen erleben.

Bereits kurz nach der offiziellen Eröffnung des Festes herrschte vor der Bibliothek Zug grosser Besucherandrang. Am Bücherflohmarkt konnte man durch eine immense Auswahl von Krimis, Thrillern, Liebes-, Familien- und Heimatromanen, Biografien und Sachbüchern sowie DVDs und Hörbücher stöbern. Ein Eldorado für die zahlreichen Leseratten, die so manches Schnäppchen ergatterten, logistisch aber eine herausfordernde Arbeit für die Angestellten der Bibliothek. Rund 10 000 Bücher und Medien hatten diese nämlich aus ihrem Bestand aussortiert. «Wir kaufen fortlaufend neue Medien ein», erklärte Bibliotheksleiterin Pia Rutishauser. Daher müsse Altes ausgeschieden werden, um Platz für Neues zu schaffen. Und dies jährlich.

Die Festmeile wurde verlängert

Einmal jährlich stellt sich auch das öffentliche Dokumentationszentrum Doku-Zug, gegenüber der Bibliothek, mit einem Tag der offenen Tür ins Rampenlicht. «Daher entstand vor zwei Jahren die Idee, im kleinen Rahmen zusammen einen ähnlichen Tag zu organisieren», erzählte Rutishauser. Das habe so gut funktioniert, dass man weitere Institutionen in der Gasse angefragt habe, ob sie Lust hätten, mitzumachen. «Inzwischen ist aus dem kleinen Bazar ein Gassen-Fest geworden», erläuterte die Bibliotheksleiterin die Entstehung des Anlasses. Sara Marty, Geschäftsleiterin von Doku-Zug, freute sich, dass die Idee zu diesem Sommerfest so positiv aufgenommen wurde. «Das im vergangenen Jahr durchgeführte erste Oswalds-Gassen-Fest ist so gut angekommen, dass die Festmeile heuer bis zum Burgbachkeller verlängert werden konnte», sagte sie.

Am zweiten Oswalds-Gassen-Fest gab es in der Doku-Zug Führungen zur Ausstellung «Heimat im Wandel» und im Park daneben wurden mit Kunsthandwerkerin Sile Beck Mosaikbilder gelegt. Eine «Actionbound»-Schnitzeljagd zu den digitalen Bibliotheksangeboten lockte mit dem Gewinn eines E-Book-Readers und Elisabeth Feiler-Sturm, Kuratorin für mobiles Kunst- und Kulturgut der katholischen Kirchgemeinde, lud zu einer Entdeckungsreise durch St.Oswald und bot den teilnehmenden Familien ein besonderes Highlight: die Besichtigung des Kirchenschatzes. «Der hat mir besonders gut gefallen», verriet die zehnjährige Fiona Keiser. Mit von der Partie waren am Samstag ferner die Buchhandlung Susanne Giger, der Burgbachkeller sowie die Jugendanimation Zug (Jaz).