Die erste Investition war eine Kuh

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Morgen findet die Wiedereröffnung der Fyrabig-Bar statt. Die neue Pächterin bringt den Einheimischen-Bonus mit – und kann dank ihres Partners ein besonderes Verpflegungsangebot bieten.

  • Irene Hürlimann und Remo Heinrich sind bereit für die Gäste. (Bild Stefan Kaiser)
    Irene Hürlimann und Remo Heinrich sind bereit für die Gäste. (Bild Stefan Kaiser)

Walchwil – Als Irene Hürlimann (25) und ihr Freund Remo Heinrich (24) erfuhren, dass sie die neuen Pächter der Walchwiler Fyrabig-Bar werden, da kauften sie zur Feier der Nachricht – eine Kuh. Sie war ihre erste Investition. Denn die Fleischfachverkäuferin und der Metzger verarbeiteten die Kuh anschliessend zu Wurstwaren. Morgen werden diese anlässlich des Eröffnungsapéros ab 15 Uhr in der Bar erstmals gereicht. Das Verpflegungskonzept der Beiden sieht vor, mit möglichst regionalen Zutaten möglichst E-Stoff-freies Selbstgemachtes anzubieten: Neben einem kalten Plättli finden sich auf der Speisekarte auch Klassiker wie Toast Hawaii sowie Pizzen. Der Getränkekarte entnimmt man durchwegs Bekanntes – das Angebot der Fyrabig-Bar soll übersichtlich bleiben, sagt Irene Hürlimann.

Sie ist im Dorf aufgewachsen und die Nichte eines der beiden Eigentümer des Lokals. Dass sie deshalb bei der Vergabe des Lokals infolge «Vitamin B» konkurrenzlos war, verneint sie. «Jemand wurde vor uns angefragt, entschied sich aber dagegen. So erhielten wir unsere Chance», schildert die 25-Jährige. Das bestätigt Peter Rust im Namen der Eigentümerschaft. Bei einem früheren Wechsel hätte eine Person ihr Interesse angemeldet. Diese habe man kontaktiert, nachdem die vormalige Pächterin die Bar im vergangenen November Knall auf Fall geschlossen hatte. «Irene war aber unsere Wunschkandidatin», sagt Rust.

Er freut sich über das «grosse Herzblut», das das Pächterpaar in die Aufgabe investiere. Jenes vermissten die Eigentümer in den letzten Jahren. Die vormalige Pächterin suggerierte zudem, dass sie und ihre Familie als Nicht-­Walchwiler nicht akzeptiert seien im Ort. Dieses Problem besteht bei Irene Hürlimann nicht. «Mich kennt man im Dorf – und Remo wird man kennen lernen», sagt sie.

Sonntags und mittwochs geschlossen

Aus Eigentümersicht ist Hürlimanns Vernetzung ein entscheidender Vorteil. Sie ermögliche es ihr beispielsweise, mühelos Aushilfen zu organisieren, ist Peter Rust überzeugt. Den Eigentümern ist besonders wichtig, dass das Lokal verlässlich und möglichst ohne längere Unterbrüche geöffnet hat. «Das ist der Schlüssel zum Erfolg», sagt Rust. Irene Hürlimann habe kürzlich signalisiert, dass die Bar mindestens im ersten Jahr stets zu den angeschriebenen Öffnungszeiten zugänglich sei: montags, dienstags, donnerstags und freitags von 16 Uhr bis Mitternacht. Sonntag und Mittwoch sind Ruhetage. «Es ist Remo und mir wichtig, auch Zeit für unser Privatleben zu haben», begründet Hürlimann die Entscheidung für einen zweiten freien Tag in der Woche.

Ab morgen werden, erstmals seit langem, wieder alle Gastronomiebetriebe in Walchwil offen sein. Als Raucherlokal weist die Fyrabig-Bar ein Alleinstellungsmerkmal auf, auf das die Involvierten einen Teil ihrer Zuversicht bezüglich des Geschäftsgangs stützen. Was die allgemeine Konkurrenzsituation anbelangt, sagt Peter Rust: «Die Fyrabig-Bar steht für sich. Wenn die Pächter ihr Ding durchziehen, kommt es gut.» (Raphael Biermayr)