Ein Trio in Nöten – kann das gut kommen?

Volkskultur

,

Ein Wirt, ein Metzgermeister und eine Bäckermeisterin, die Probleme beklagen: Die Theatergesellschaft widmet sich im aktuellen Stück dem Dorfleben. Das Chaos lässt nicht lang auf sich warten.

Oberägeri – Nomen est omen, haben die Verantwortlichen der Theatergesellschaft Oberägeri (TGO) sich wohl gedacht, als sie die Figuren in «Jetzt chunts nid guet!» benamsten. Der Wirt des heruntergekommenen Restaurants Krone heisst Sepp Sauber, der Metzgermeister Kari Wurst, die Bäckermeisterin Maggy Mehl. Emil Wunderlin ist der Name des Polizisten, die Lebensmittelinspektorin heisst Frieda Räss. Die TGO beweist also einen Hang zum Kalauer in ihrem neusten Stück, das am 17. November erstmals aufgeführt werden wird (siehe Hinweis).

Zur Handlung in Kürze: In der «Krone» herrscht Personalmangel, und auch Wurst (gespielt von Daniel Blattmann) und Mehl (Regi Müller) haben Probleme. Nachdem Sepp Sauber (Damian Henggeler) zwei junge Frauen im Restaurant angestellt hat, wird es kompliziert. Das Auftauchen des Polizisten und der Lebensmittelinspektorin helfen nicht dabei, die Situation zu entwirren – im Gegenteil. Unweigerlich denkt man ab und zu an den Titel des Stücks. Zu diesem Eindruck tragen auch Würmer, die im Mehl – im Getreidepulver, nicht etwa im Mann der Bäckermeisterin – gefunden werden, bei. Oder ein Bernhardiner, der anstelle eines Schweins angeschossen wird.

Als der Souffleur über der Bühne hing

Die TGO greift in ihrem 40. Stück, das von Armin Vollenweider geschrieben wurde und bei dem Erich Müller Regie führt, publikumsgerecht das Alltagsleben mitten in einem übersichtlichen Dorf auf. Einer, der seit Anfang an im Verein ist, ist Josef «Seffi» Henggeler, der im Theaterprogramm porträtiert wird. Der im Ägerital bekannte Pöstler sei ein Jahr vor der Gründung der Theatergesellschaft als Souffleur verpflichtet worden. Diese Aufgabe war zu Beginn mit etwas Mut verbunden, wie es im Text heisst: «Im alten Löwen war der Souffleur-Posten nicht etwa vor, neben, hinter oder unter der Bühne, der Souffleur musste sein Amt in luftiger Höhe auf der Decke der Bühne ausüben.» Henggeler sei während der gesamten Spielzeit auf dem Bauch auf einer Matratze gelegen und habe den Text auf die Bühne hinuntergeflüstert.

Später war Henggeler unter anderem 18 Jahre lang Präsident des Vereins. Heute ist er als «VIP-Betreuer» engagiert und verfolgt die Aufführungen als Zuschauer. Im Sinne der Schauspieler und der Besucher hoffentlich ohne je den Gedanken fassen zu müssen: «Jetzt chunts nid guet!» (Raphael Biermayr)

Hinweis

Alle Aufführungen in der Mehrzweckhalle Maienmatt: Premiere ist am 17. November ab 14.30 Uhr (Kinderaufführung) und ab 20 Uhr (Nachtessen ab 18 Uhr im «Bären», mit Theaterbeizli und Schwyzerörgeli-Trio Nussbaumer aus Alosen); 18. November ab 17 Uhr; 21., 23. und 24. November (jeweils ab 20 Uhr, am 24. mit Nachtessen ab 18 Uhr im «Rössli», mit Theaterbeizli und Gruppe Echo vom Weidgrabe); 25. November ab 17 Uhr; 28. und 30. November ab 20 Uhr (am 30. mit Theaterbeizli und der Gruppe Fasnachtsvergrabe-Musig); Die Derniere ist am 1. Dezember ab 20 Uhr. Reservation auf der Website der Theatergesellschaft Oberägeri unter www.tg-oberaegeri.ch.