Viel Kreativität und Konfetti

Brauchtum & Geschichte

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Ein prächtiges Piratenschiff, Guggensound von zwölf Gruppen sowie ein neues Gspändli für den Eichefrässer: Am gestrigen Fasnachtsumzug gab es dank 50 Nummern viel zu sehen.

  • Stimmige Momentaufnahme am grossen Umzug in Hünenberg. (Bild Stefan Kaiser)
    Stimmige Momentaufnahme am grossen Umzug in Hünenberg. (Bild Stefan Kaiser)

Hünenberg – Der letzte Tag der fünften Jahreszeit bot noch einmal Prachtwetter, als um 14.30 Uhr der Startschuss für den 43. Hünenberger Fasnachtsumzug fiel. Eröffnet wurde die 50 Nummern starke Parade von der Guggenmusig Cocorico, gefolgt vom Eichezunftpaar Thomas II. Anderegg und Renata die Schwungvolle. Kleine Hingucker waren die Kindergarten- und Schulkinder, die ihre reich dekorierten Kostüme als Meerestiere, Domino, Zwerge, Wetterschmöcker oder als Siegermunis zur Schau stellten. Bei den kleineren Besuchern kamen besonders die detailreichen Wagen gut an. Das Piratenschiff der Duggelimuuser Cham mit seinen Seeräubern sowie der Wagen der Wiprächtswiler Cham/Lindencham zum Motto 100 Jahre Zirkus Knie mit Clowns, wilden Tieren sowie Popcorn sorgten für Aufsehen. Die Wagenbaugruppe Rumpelstilz Baar gab sich zum Thema «Jäger des verlorenen Schatzes» samt Wasserfall und Brücke Mühe, während die Hünenberger Tschiggendales im «Bellagio» Stimmung machten.

Auch politische Themen auf den Strassen

Unter den 50 Nummern fanden sich neben lustigen und farbenfrohen Sujets auch politische. So fuhr der «Zythus Areal Arschi­tekt» vor und brachte ein Thema aufs Fasnachtsparkett, das wohl so manchen Einwohner in Hünenberg See beschäftigt. Der Motorradclub Cham-Hagendorn baute auf seinen Wagen Kies ab und spielte auf den geplanten Ausbau der Kiesgrube Äbnetwald sowie der geplanten neuen Kiesgrube Hatwil-Hubletzen in Cham an. Auch in musikalischer Hinsicht wurde dem Publikum einiges geboten, liefen doch neben den Lokalmatadoren Cocorico und Quaker auch die Chamer Guggenmusigen Wäichbächer, Hirse Geischter und Holdriofäger, die Zuger Descampados, Los Contineros und Figorowa und die Steinhauser Steischränzer und Guggalla sowie die Profis-Ohrisch aus Baar mit. Die Steinhauser Stracciatellos fuhren anlässlich ihres 30-Jahr-Jubiläums auf einem grossen Wagen vor und gaben fahrende Ständchen.

Der ominöse Eichefrässer – dieses Jahr im Hinblick auf das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Schwingerhosen und Edelweisshemd – machte am Umzug ebenfalls seine Aufwartung. Erstmals bekam er in diesem Jahr ein Gspändli. So fuhr auf dem Sammelwagen gegen Ende des Umzugs ein kleiner, grün-gelb bemalter Eiche­frässer mit, der die Hünenberger Fasnacht auch im kommenden Jahr begleiten wird. (Laura Sibold)