«Räbedibum, vorwärts, marsch!»

Brauchtum & Geschichte

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Sonnenschein und gute Stimmung gehörten am diesjährigen Umzug in der Räbemetropole zum Programm. Viele Besucher zeigten sich beeindruckt von den aufwendigen Wagenbauten.

  • Vom traditionellen Räbegäuggel bis zur ganzen Küche: Die Sujets am grossen Baarer Umzug waren breit gefächert. (Bilder Christian H. Hildebrand)
    Vom traditionellen Räbegäuggel bis zur ganzen Küche: Die Sujets am grossen Baarer Umzug waren breit gefächert. (Bilder Christian H. Hildebrand)

Baar – Frieren muss niemand an diesem Sonntagnachmittag: Der Baarer Umzug findet bei milden Temperaturen und Sonnenschein statt und führt von der Marktgasse über den Kreuzplatz, vom Bahnhof über die Dorfstrasse schliesslich zum Rathausplatz. Als einer der Höhepunkte der Räbefasnacht lockte er mit über 40 Nummern zahlreiche Besucher an. Mit bunten Perücken auf dem Kopf, in flippigen Tierkostümen und mit Sonnenbrille und T-Shirt statt Mütze, bestaunt das Publikum die verschiedenen kreativen Wagenbauten und lauscht den Klängen der vielen Guggenmusigen.

Bereits von weitem ist das Trommeln des Tambourenvereins Wädenswil zu hören, der mit seinen rhythmischen Klängen den Umzug anführt. Kurz darauf folgen die Reiterfreunde Baar, die allerdings vom Pferd auf den Drahtesel umgesattelt haben. Die Tiere bleiben im Stall, weil kürzlich ein Fall der ansteckenden Infektionskrankheit Druse in Baar bekannt wurde und die Krankheit nicht weiterverbreitet werden soll. Aber auch hoch auf dem Velo machen die Reiterfreunde eine gute Figur.

Eine übergrosse Hexe mit schauriger Grimasse

Besonders nach den Wagenbauten recken sich viele Besucher. Die Sujets fallen dieses Jahr sehr unterschiedlich aus, vom 60-Jahr-Jubiläum der Schlümpfe über die Band Abba bis hin zur Hornkuh-Initiative werden die verschiedensten Themen aufgegriffen. Die grossen Bauten überragen das Publikum und geben Grund zum Staunen. Aufwendig ist unter anderem die «Häxefloogschuel» von der Gruppe Sagebrüggler Häxe Baar, auf deren Wagen eine übergrosse Hexe mit schauriger Grimasse an zwei Masten befestigt schwebt.

Neben Zünften und Ehrengarden aus anderen Gemeinden ist auch das Fasnachtsoberhaupt, der Räbevater Erich II. Andermatt, vertreten. Aus einer Kutsche winkt er den Besuchern zu, wenig später fliegen von einem anderen Wagen zahlreiche Orangen in die Menge, spendiert unter anderem vom aktuellen Oberhaupt. Für musikalische Unterhaltung sorgen die Guggenmusiken. Mit eingängigen Melodien bringen sie das Publikum in Stimmung und sorgen für Abwechslung im bunten Treiben. «Die Guggenmusiken gefallen mir am Umzug immer am besten. Da läuft etwas», findet Jana (13) aus Baar. Das bestätigt ihre Freundin Nicole (14) aus Menzingen, die schon drei andere Umzüge im Kanton besucht hat: «Die Guggenmusiken bringen Schwung in die Fasnacht und an die Umzüge.» (Vanessa Varisco)