Werke voller Schalk

Kunst & Design

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Die Galerie Billing Bild widmet ihre Jubiläumsausstellung der 92-jährigen Eva Zwimpfer: Mit «Meine Träume» zeigt die Künstlerin spöttische und tiefsinnige Arbeiten.

  • Seit 25 Jahren im Dienste der Kunst: Gert und Gaby Billing. Zum Jubiläum zeigen sie in ihrer Galerie in Baar Werke der 92-jährigen Künstlerin Eva Zwimpfer. (Bild Stefan Kaiser)
    Seit 25 Jahren im Dienste der Kunst: Gert und Gaby Billing. Zum Jubiläum zeigen sie in ihrer Galerie in Baar Werke der 92-jährigen Künstlerin Eva Zwimpfer. (Bild Stefan Kaiser)

Baar – Lächelnd sitzt die Eva Zwimpfer in der Galerie und beobachtet an der Vernissage, wie die Besucher auf ihre Werkschau reagieren. «Ideen habe ich noch – und Träume auch», sagt die Luzernerin. Aber sie könne nicht mehr malen. «Als junge Frau wollte ich Bildhauerin werden. Das war damals nicht möglich.» Sie wurde Lehrerin, malte in der Freizeit und nahm Stunden. Und ihre Augen strahlen, als die heute 92-Jährige rückblickend sagt: «Meine schönste Zeit war in Salzburg, an einem Seminar bei Oskar Kokoschka.»

Heute blickt sie auf ein langes Leben und eine rege künstlerische Tätigkeit zurück – obwohl sie erst mit über 60 Jahren begonnen hatte auszustellen und sehr bald Erfolg und Anerkennung fand.

Ein Querschnitt ihres Schaffens

In der Galerie Billing Bild war Eva Zwimpfer bereits mehrmals zu Gast. Gert Billing sagt: «Ihre unkonventionelle Kunst passt zu unserer Denkart.» Und es sind ihre kleinen, berührenden, humorvollen und tiefsinnigen Objekte und Malerien, die das Publikum auch diesmal begeistern. Die Malereien zeigen Berge, Blumen oder Menschen – in Öl oder Gouache. Doch Eva Zwimpfer hat sich nicht auf die klassische Malerei beschränkt, sondern oft experimentiert: Da wird das Malmotiv, wie bei «Silberhügel» und «Schneeresten», mit Stoff ergänzt zum Objekt, und ein Landschaftsbild ist sogar gestrickt.

Als Bewunderin von Meret Oppenheim hat Eva Zwimpfer auch das gesellschaftliche Rollenverhalten hinterfragt, mit witzreichen und spöttischen Arbeiten zu Erotik und Weiblichkeit. Sie reagierte auf Themen, die sie beschäftigten. Werke entstanden aus Alltagssachen oder Fundstücken, die sie mit Staniol, Plastik, Stoffen und Strümpfen zu neuartigen Kompositionen gestaltete und oft mit Wortspielen versah.

An der Vernissage der Jubiläumsausstellung (siehe Box) sagte Adrian Hossli, Initiator der Turbinenhalle Giswil: «Das Thema ‹Meine Träume› passt gut zur Galerie und zur Künstlerin. Eva Zwimpfer hat immer noch Träume und liess sich nicht beirren.» Die Werkschau ist zusammen mit ihrem Sohn Martin Zwimpfer organisiert worden. Der vielfältige Querschnitt mit fast 190 Werken zeigt, wie es Eva Zwimpfer gelang, aus gewöhnlichen Dingen faszinierende Kunst zu schaffen. (Monika Wegmann)

Hinweis
Die Ausstellung «Meine Träume» von Eva Zwimpfer läuft bis 6. Januar bei Billing Bild, Haldenstrasse 1, Baar. Die Öffnungszeiten: Mo, Do, Fr 14–18 Uhr, Sa 10–16 Uhr.