Erlebnisse malend festgehalten

Kunst & Design

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Im KunstKubus gewährt Andreas Tschappu Einblicke in seine Skizzenbücher. Sie berichten farbenfroh von Reisen, Begegnungen und Empfindungen.

Cham – Längst ist Andreas Tschappu in unserer Region vielen Menschen bekannt. Insbesondere wegen seiner unzähligen Holzkistchen, in die er mit der Laubsäge ganze Miniwelten eingebaut hat. Schon bei dieser handwerklichen Tätigkeit wird deutlich, dass sich Andreas Tschappu für viele Themen in der Gesellschaft interessiert – und für jeden, dem er begegnet. Freundlich und offen geht er auf die Leute zu und stellt sich als erstes vor: «Ich bin Andreas, und wer bist Du?»

Und diese Offenheit für alles, was rund um ihn herum geschieht, spiegelt sich auch in seinen Skizzenbüchern wider. Derzeit werden zwei eingerahmte Originale und weitere Ausschnitte auf Papier sowie per Video im Chamer KunstKubus gezeigt. Andreas Tschappu freut sich über das Interesse an seiner ersten Bilderausstellung in der Wohngemeinde und sagt: «Ich male sehr gern, fast jeden Tag, entweder daheim oder bei Kubeïs.» (Kubeïs nennt sich der Verein Kunst und Behinderung Innerschweiz).

Zum Geburtstag ein Maltagebuch

Zum Malen ist er im Jahre 2012 als Teilnehmer der Kunstwerkstatt an der Lorze Kubeïs, Cham, gekommen. Dort hat er, wie alle anderen Kunstschaffenden auch, jeweils zum Geburtstag ein Maltagebuch erhalten. So begann Andreas Tschappu, wieder intensiver zu malen, und seine Tagebücher und Malblöcke füllten sich über die letzten Jahre mit Erlebnissen und Emotionen.

Mit grossem Farbgefühl hat der Chamer die Motive gestaltet, die Eindrücke seiner vielen Reisen im In- und Ausland festhalten: das Schlosshotel am Hallwilersee, das Jazzfestival in Montreux, vorbeiziehende Musiker in Brüssel, eine Föhnstimmung, die schöne Tamara und Traumbilder. Und immer wieder tauchen Autos und Eisenbahnen auf, die er anscheinend besonders liebt.

Die Sujets der fast naiv anmutenden Bilder drücken neben dem Humor offenherzig die Empfindungen des Malers aus, sogar zu aktuellen Themen, wie sein Nein zur Menschenrechts-Initiative, oder wenn er mit knalligem Grün Respekt fordert. Manchen Bildern hat er auch kurze Texte angefügt. Einzelne Seiten sind farblich grosszügig mit wenigen Pinselstrichen gestaltet, andere mit kleinen Figuren und Häusern ausgefüllt. «Früher habe ich mit Acryl gemalt, heute nehme ich eher Gouache, Tusche und Neocolor», sagt Andreas Tschappu.

Bilder können erworben werden

Heiri Scherer hat die aktuelle Ausstellung mit Andreas Tschappu kuratiert. Ihn unterstützt Ignaz Staub, der sagt: «Die einzelnen Seiten, die hier in den Rahmen stecken, wurden sorgfältig aus den Skizzenbüchern herausgelöst, sie werden später wieder eingefügt.» Einige Bilder können hier auch erworben werden. Interessant ist in der Ausstellung auch die Videoshow, die weitere farbenfrohe Bilder zeigt, von Menschen und Dingen, die das Leben von Andreas Tschappu bereichern. (Monika Wegmann)

Hinweis

Die Ausstellung von Andreas Tschappus Skizzenbüchern läuft bis 17. November im KunstKubus Cham, Zugerstr. 37. Geöffnet ist er jeweils samstags von 11 – 15 Uhr.