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Alle BeiträgeBald regnet es wieder Konfetti über Zug
Der Schmutzige Donnerstag steht heuer noch mehr im Zeichen der Kleinen. Doch eine Schlacht muss künftig wohl anderswo ausgetragen werden.

Heute in genau zwei Wochen beginnt die Fasnacht. In Zug startet die fünfte Jahreszeit traditionell mit der Tagwache um fünf Uhr auf dem Landsgemeindeplatz mit einem lauten Knall. Und der Schmudo, der durch den Verein Zuger Chesslete und in Zusammenarbeit mit der Zunft der Letzibuzäli organisiert wird, soll die Stadt in eine einzige Fasnachtsmeile verwandeln. Das lässt zumindest die gestrige Präsentation der Organisatoren erwarten.
Auf die Tagewache folgt um 6 Uhr ein Gratisfrühstück für die Träger eines Chesslete-Buttons im Rathaus am Fischmarkt. Um 8.45 Uhr beginnt im Metalli die Guggete, die bis spät in der Nacht fasnächtliche Klänge ins Zentrum der Kantonshauptstadt bringt.
Konfettischlacht macht Sorgen
Der Höhepunkt des Tages ist der Umzug, der um 14.30 auf dem Kolinplatz startet und via Postplatz zum Bundesplatz führt. Und dieser soll dort auch in diesem Jahr mit der Konfettischlacht zu Ende gehen. Die Betonung liegt auf soll: Denn nach dem Umbau der ehemaligen EPA zu Coop City können die Prinzen und Prinzessinnen der Leztibuzäli nicht mehr auf das Dach des Gebäudes, um von dort die wartende Menge mit einem Konfettiregen zu beglücken. Wo vor einem Jahr noch ein Kiesdach war, sind jetzt Eigentumswohnungen. «Ich weiss noch nicht genau, von wo unser Prinz Stefan II. seine Konfetti auf die Fasnächtler herunterregnen lassen kann», sagt Letzibuzäli-Zunftmeister Richard Rüegg besorgt und verrät: «Ich bin noch auf der Suche nach einer Hebebühne.» Langfristig sei wohl die Schlacht auf dem Bundesplatz gefährdet, bestätigt Rüegg und findet den Bahnhofsplatz als Ersatz eine gute Idee. «Denn der Umzug endet ja gleich um die Ecke.»
Damit die Kinder während und nach dem Umzug fasnächtlich daher kommen, wird auch heuer um 11 Uhr ein Kinderschminken sowie das letztes Jahr eingeführte Kreativ-Atelier angeboten. Mit einem Gratisrisotto können sich die Kids um 11.30 Uhr für den Umzug stärken und danach auf dem Landsgemeindeplatz in verschiedenen Workshops die fünfte Jahreszeit und deren Instrumente ergründen.
Ägerer wird geehrt
Für einen Fasnächtler war schon gestern also lange bevor die närrische Zeit so richtig beginnt – ein ganz besonderer Tag. Denn der Letzibuzäli-Prinzenrat und die Chesslete lüfteten das Geheimnis um den diesjährigen Fasnächtler des Jahres. «Ich war sehr erstaunt, dass man mich ausgewählt hat. Gibt es doch viele andere Fasnächtler, die sich ebenfalls stark für die fünfte Jahreszeit einsetzten», sagt Hugo Nussbaumer bescheiden und fügt an: «Und ich bin ja erst noch einer vom Berg.» Natürlich freue er sich riesig über die Ehrung, bekennt der 51-Jährige, der ein Urgestein der Fasnacht in Ägeri ist.
Denn seit 40 Jahren setzt sich Nussbaumer für das «Kulturgut» ein, wie er verrät. Er begann seine Fasnachtskarriere als 12-Jähriger als Wagenbauer für die Umzüge in Alosen, Morgarten und Oberägeri. 1986 ist er mit seiner Familie nach Unterägeri gezogen und trat dort den Wagenbauern von Wylägeri bei. Ab 1997 war er fünf Jahre lang als «Narr vo Wylä» im Vorstand der Wylägerer Fasnachts Gesellschaft (WFG) und ist seit 2002 als Präsident und «Narrädädi» deren Chef. «Es macht mich schon sehr stolz, als erster Ägerer zum Fasnächtler des Jahres gekürt zu werden.» (Charly Keiser)
HinweisWeitere Informationen zur Zuger Fasnacht unter: www.zugerchesslete.ch und www.lebuz.ch«Der Zuger Fasnacht neues Leben einhauchen»
LETZIBUZÄLI KK. Mit ihren Prinzen und Prinzessinnen, Hexen, Althexen, Fischli und Zünfter stellt die Zunft der Letzibuzäli den erlauchten Teil der Chesslete. Der amtierende Prinz Stefan II. Meier wird mit seinen beiden Prinzessinnen Carmen und Gabi im Umzug mitmarschieren, um dann bei der Konfettischlacht aktiv ins Geschehen einzugreifen. Bis spät in die Nacht sind die Zünfter am Schmudo in der Altstadt von Zug anzutreffen, allen voran die zahlreichen Prinzen und Prinzessinnen.
Der grosse Tag der Letzibuzäli ist jedoch der Fasnachts-Samstag mit dem Umzug in der Herti. Dieser beginnt um 14 Uhr, dauert rund zwei Stunden und hat in diesem Jahr über 40 Nummern. Danach folgt die grosse Party in der Lebuzenmeile. Diese soll auf dem Stierenmarkt-Areal zum Zuger Fasnachtsmittelpunkt werden und ist von der Letzibuzäli-Untergruppe «Lürisch Koreckt» geplant worden. «Es wird ein gigantischer Festbetrieb mit Kinderdisco, Guggen und vielen DJs», wirbt Zunftmeister Richard Rüegg.
Eine Meile für Jung und Alt
Doch die Lebuzenmeile 2014 habe noch mehr zu bieten, ergänzt er. Denn so werde Hugo Nussbauer als Fasnächtler des Jahres 2014 geehrt und ab 21 Uhr würden sich die Jungen zum Festbetrieb gesellen. Geplant seien ein Ball, der der Zuger Fasnacht in der Stadt neues Leben einhauchen soll, betont Rüegg. Mehrere Bars, eine Kafi-Hexen-Stube und eine Shotbar sollen die Fasnachtsliebhaber begeistern, sagt er und fügt an: «Wir sind ganz besonders stolz, dass die drei Zuger Guggenformationen, Figorowa, Descampados und Los Contineros unser Vorhaben unterstützen.»
Da ausserdem die Lorze-Dräck-Gusler aus Cham, die Baarburggeister, die Steinhauser Steischränzer, die Ägerer Möstliblöser sowie Guggalla und Städerschränzer aus Alpnach ihren musikalischen Beitrag leisten, erwartet Rüegg viel Volk, wie er sagt. Höhepunkt des Abends soll das gemeinsame Monsterkonzert der drei Zuger Guggen werden. Dabei dürften wohl auch die Mitglieder der anderen Formationen mit von der Partie sein.