Einmal im Jahr kommt sie vor, die Generalversammlung des Kirchenchores Bruder Klaus Oberwil. Am Samstag, 5. März, zum letzten Mal vor dem grossen Umbau, versammelten sich die Sängerinnen und Sänger im alten, charmanten Saal des Casinos Zug. Er war frühlingshaft herausgeputzt mit Blumen in allen Farben.
Von Händel zu Saint-Saëns
Dirigent Armon Caviezel stellte das umfangreiche musikalische Programm vor. Oberwil feiert dieses Jahr 60 Jahre Pfarrei Bruder Klaus. Die Bevölkerung darf sich freuen auf ein interessantes, musikalisches Programm des Kirchenchores. An Ostern erklingen Teile aus dem «Messias» von Georg Friedrich Händel mit dem berühmten «Halleluja». An der Chilbi kommt die «Jugendmesse» von Carl Rütti zur Aufführung. Der Chor Bruder Klaus singt zusammen mit Schulkindern.
Am 18. und 19. November kommt das Jubiläumskonzert zum Zuge. Verstärkt mit Ad-hoc-Sängerinnen und -Sängern erklingt das «Requiem» von Thomas Hettwer. Er wurde 1963 in Hamburg geboren. Das Werk schafft bewusst Gegensätze, da es Chorsätze enthält aus vergangenen Epochen neben Stilelementen aus der Rock- und Popmusik. Mit der Wahl des «Requiems» möchten die Aufführenden daran erinnern, dass Tod auch Hoffnung, Erlösung und Frieden sein kann. Das Werk nimmt diese Gedanken eindrücklich auf.
An Weihnachten erfreut der Chor mit dem «Oratorio de Noël» von Camille Saint-Saëns. Das grosse Sakralwerk gilt als Perle der Kirchenmusik. Es ist auch ein wegweisendes Werk der Romantik.
Ehrungen
Für 40 Jahre Singen im Chor wurde Brigitte Schaffner geehrt. Für 30 Jahre Anni Fritsche und Renée Torelli. Pia Boschung und Susanne Schmid erfreut der Gesang seit 25 Jahren. Mit grossem Applaus begrüsst als Neumitglieder wurden Kathrin Bäriswyl und Franz Fessler. Leider gab es auch 3 Austritte. Der Chor zählt nun 48 Sängerinnen und Sänger.
Eine interessante Frage wurde von Armon Caviezel gestellt. Wie kam es zur heutigen Chormusik, zur heutigen Art des Singens? Und er gab auch gleich die Antwort darauf. Schon in alten Zeiten wurde der Stimme ein besonderer Einfluss zugestanden. Im alten Ägypten hatte Gesang grosse Bedeutung. Zu Zeiten von Aristoteles zogen Wandergruppen von Ort zu Ort. Es wurde zu allen Gelegenheiten gesungen. Bei der Arbeit, bei Geburten, an Geburtstagen und an Totenfeiern. Die Christen sangen vor allem die Psalmen zur Läuterung der Sitten. Die menschliche Stimme sei eine Offenbarung Gottes. Das Privileg des heutigen Chores ist es, verschiedene musikalische Stile singen zu können.
Tenöre und Bässe gesucht
Im Kirchenchor Oberwil gibt es noch freie Plätze, vor allem für Tenöre und Bässe. Proben finden am Donnerstag statt von 20 bis 21.45 Uhr. Der Chorleiter dankte dem Vorstand für beste Zusammenarbeit und allen Sängerinnen und Sängern für den guten Probenbesuch. Er betonte, dass der Chor Oberwil einen guten Spirit habe.
Die Worte von Präses Michael Brauchart: «Freude ist wichtig im Leben, damit wir nicht ausbrennen. Wir brauchen ein Gegengewicht zur Erdenschwere. Die Freude weitet das Herz und stärkt die Gesundheit von Leib und Seele. Was passt da besser, als das Lied anzustimmen ‹Singt das Lied der Freude›?!»
Die Chorleute sind sehr motiviert, die anspruchsvollen Werke zu proben und sie dann mit Begeisterung zur Aufführung zu bringen.
Für den Kirchenchor Bruder Klaus Oberwil: Lidwina Bilgerig