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Alle BeiträgeNeuer Vorstand stellt erste Weichen
Sitzung abgehalten. Und lässt gleich überraschende Expansionspläne durchsickern.

Knapp einen Monat nach der denkwürdigen Generalversammlung der Zuger Kunstgesellschaft hat sich der neue Vorstand zu einer ersten grossen Sitzung zusammengefunden. Zentrales Traktandum: die künftige Organisation sowie Stärkung der Führung im Tagesgeschäft und damit einhergehend vor allem die personelle Ausrichtung.
Die Vorzeichen für ein konstruktives Miteinander innerhalb des gesamten Vorstandes haben wohl schon lange nicht mehr so gut gestanden. Diesen Eindruck zumindest vermittelt der neu gewählte Präsident Peter Frigo auf Nachfrage. «Wir haben uns an unserer ersten Sitzung alle sehr schnell gefunden», betont er.
Mögliche ExpansionspläneBis die personelle Ausrichtung der Kunstgesellschaft feststeht, übernimmt das neu gewählte Vorstandsmitglied Marcos Garcia Pedraza die Geschäftsführung des Kunsthauses Zug interimistisch. «Im Vorstand war bereits vor der Sitzung klar, dass er die richtige Fachkraft für diese Aufgabe ist», sagt Peter Frigo dazu. «Marcos Garcia Pedraza präsidierte 2013 – wenn auch für kurze Zeit – die Zuger Kunstgesellschaft und verfügt über langjährige Führungserfahrung. Überdies kennt er die Kunstbranche bestens. Er hat unser aller Vertrauen.»
Ende Juli will sich der Vorstand mit der externen Münchner Beratungsfirma Metrum treffen und sich insbesondere mit dem künftigen Führungskonzept auseinandersetzen. So viel kann Frigo vorwegnehmen: «Metrum plädiert tendenziell für eine Co-Führung des Kunsthauses, bei welcher der eine Part vor allem das Betriebliche verantwortet, der andere den künstlerischen Bereich.» Laut Frigo kann der Vorstand diesbezüglich noch nichts dazu sagen und blickt erwartungsvoll auf diese Sitzung.
Auch bezüglich des strapazierten Verhältnisses der Zuger Kunstgesellschaft mit den beiden Stiftungen Freunde des Kunsthauses und Sammlung Kamm stehen die Vorzeichen wieder besser: Mit den Freunden des Kunsthauses sei man in engem Kontakt, so Frigo. «Und mit Alexander Jolles von der Stiftung Sammlung Kamm werden wir uns demnächst treffen und austauschen.» Trotz der Negativschlagzeilen der vergangenen rund 15 Monate spüre man hohen Zuspruch für das Kunsthaus Zug, sagt Frigo. «Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen – und um gute Schlagzeilen bemüht zu sein.»
Eine solche hat der Präsident denn auch schon zu verkünden. Der Vorstand spiele mit dem Gedanken, allenfalls Teile des nun leerstehenden Lassalle-Haus in den Kunsthaus-Betrieb zu integrieren. Wie, sei völlig offen. Denkbar sei unter anderem eine Dependance für die Werke aus dem eigenen Bestand und der Sammlung Kamm, vielleicht auch eine Depotfunktion oder ein Ort für Sonderausstellungen. Im Gespräch habe sich der bisherige Eigentümer, der Jesuitenorden, sehr aufgeschlossen für solche Ideen gezeigt. Die künftigen Besitzverhältnisse wären noch zu klären. Die Evaluation dieser Idee laufe, sagt Peter Frigo dazu.
Vertrauen fördern
Ein weiterer wichtiger organisatorischer Schritt der ersten Sitzung des neuen Vorstandes war die Konstituierung des Gremiums: Präsident Peter Frigo, die zur Vizepräsidentin gewählte Petra Kalt und Marcos Garcia Pedraza bilden neu den Vorstandsausschuss und koordinieren als solcher die laufenden Geschäfte sowie die Vorbereitung der strategischen Arbeiten. Die übrigen Vorstandsmitglieder verantworten Bereiche wie Finanzen, das Kunstprogramm, die Sammlung und das Beziehungsnetzwerk. Mit dieser Aufgabenteilung stärkt die Zuger Kunstgesellschaft den Dialog, fördert Vertrauen und sorgt für Transparenz bei den anstehenden Projekten, wie der Vorstand dazu anmerkt.
Der Grundoptimismus, der sich im Kunsthaus Zug allmählich breit zu machen scheint, wird laut Vorstand zusätzlich gestärkt durch die positive Resonanz auf die laufende Ausstellung «Träumende Dinge» mit einer Auswahl an Werken von Künstlerinnen. An dieser Stelle würdigt Peter Frigo die Fachkompetenz von Kuratorin Jana Bruggmann und ist überzeugt, dass sie mit ihrem «Gespür für die programmatische Entwicklung des Kunsthauses Zug» dessen Zukunft entscheidend mitprägen werde. (Text: Andreas Faessler)