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Seine Eingriffe zielen auf Veränderung

Als Künstler will Jonas Burkhalter keine Botschaft vermitteln. Ihn reizt viel mehr die Auseinandersetzung mit Raum und Umwelt.

Burkhalters Ausstellung bei Billing Bild vermittelt Frühlingshaftigkeit. (Bild Christof Borner-Keller)
Burkhalters Ausstellung bei Billing Bild vermittelt Frühlingshaftigkeit. (Bild Christof Borner-Keller)

Der grosse, rosarot bemalte Sonnenschirm in der rechten Ecke der Galerie Billing Bild vermittelt eine frühlingshafte Atmosphäre nicht zuletzt, weil die Leuchten darüber an der Decke die Farbe reflektieren. Es ist nicht die einzige Veränderung, die dem Besucher derzeit auffällt. Eine Nische in der rechten Wand ist vom Boden bis zur Decke mit hellbraunen Pressspanplatten abgedeckt, und rundherum fallen kniehohe Bänder in leuchtenden Farben ins Auge.

Eine dünne, schwarze Stele steckt im Boden, daneben sind gebündelte Dachlatten wie Treppen angeordnet. Der junge Baarer Künstler ist gespannt, wie auf die Veränderungen in den beiden Räumen reagiert wird, denn genau dies gehört zu seinem Konzept. «Ich wollte hier eine neue Situation schaffen», gibt er lächelnd zu.

Persönliches spielt mit

Neben den Installationen zeigt Jonas Burkhalter Fotografien, wie die beiden grossformatigen Aufnahmen mit Orchideen, deren Schärfe überrascht. «Für solche Bilder nehme ich eine ältere analoge Kamera, die sehr schwer ist. Dabei muss ich schon vorher wissen, welches Thema oder Sujet ich realisieren will.» Bei den kleineren Bildern in der Ausstellung mit einem Balkon in Paris, dem Gitterfenster einer Kathedrale oder einer Feuerleiter in New York – und anderen habe ihn beispielsweise die Architektur interessiert. «Persönliche Dinge spielen da für mich mit. So habe ich den Balkon gewählt, weil das Gebäude von Corbusier stammt», erklärt Burkhalter. Die Fotos im Nebenraum seien Beispiele seiner Auseinandersetzung mit interessanten Aussenräumen. «Solche Details sind für mich eher wie Notizen, die ich meist mit dem Handy aufnehme.»

Mit diesen Bildern und Installationen hat Jonas Burkhalter nach vorgängiger Analyse einen bewussten Eingriff vollzogen, um eine neue, grosszügigere Realität zu schaffen und die Raumsitua­tion zu verändern. «Dies darf man wie beim Wandaufbau ruhig sehen», betont er. Doch eine Botschaft will er nicht vermitteln. «Dazu weigere ich mich», sagt er ernsthaft. Und er betont: «Der Betrachter soll an die Bilder anknüpfen, die er selber hat.»

Fotoserie von unterwegs

Im Rahmen einer Zweitausstellung zeigt der 30-jährige Jonas Burkhalter, der über einen Abschluss als Master of Arts in Fine Arts verfügt und bereits mehrere Preise errungen hat, im Verwaltungszentrum in Zug weitere Fotografien. Sie sind vorwiegend auf seiner Reise kreuz und quer durch Europa mit dem Pfeifer-Mobil entstanden, und zwar an spontan gewählten Orten, wenn ihm das Licht, die Architektur oder die Struktur der Landschaft gefallen haben. Seine «Souvenirs» sind jedoch keine Postkartensujets. So betont der Künstler, der seinen Weg konsequent geht: «Mit den Fotos reagiere ich zum Teil auch kritisch auf unsere Umwelt.» (Monika Wegmann)

Hinweis
Jonas Burkhalter stellt an zwei Orten aus: Fotografien und Installationen bis 27. März in der Galerie Billing Bild, Büelmattweg 4, Baar, Mo/MiFr, 14–18 Uhr; Sa, 11–16 Uhr; So, 14–17 Uhr. Apéro mit dem Künstler: So, 30. März, 14–17 Uhr. Sowie Fotografien bis 25. März während der Bürozeiten im Verwaltungszentrum 1, Aabachstrasse, Zug.

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