Historische Hoteltür soll Neu und Alt verbinden

Brauchtum & Geschichte, Theater & Tanz

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Das Haus Zentrum wird voraussichtlich einem Neubau weichen. Ein überraschender Fund soll dabei für nostalgische Gefühle sorgen.

  • Der Eingang zum ehemaligen Zuger Hotel Hirschen mitsamt dem Portalbogen (links). Die Türflügel des 1959 abgebrochenen Hauses sind in Menzingen gefunden worden (rechts). (Bilder PD)
    Der Eingang zum ehemaligen Zuger Hotel Hirschen mitsamt dem Portalbogen (links). Die Türflügel des 1959 abgebrochenen Hauses sind in Menzingen gefunden worden (rechts). (Bilder PD)

Zug – An der Zeughausgasse 9 in der Stadt Zug steht heute ein eher langweiliger Bürobau, doch einst lud das traditionsreiche Hotel Hirschen am gleichen Ort zu Laientheateraufführungen und war ein beliebter Vereinstreffpunkt. Das stattliche Wirtshaus mit Vereinslokalen, Sälen und einem Lichthof wurde jedoch nach 160 Jahren 1959 abgebrochen. Es ist Geschichte. Doch nun kam ein Teil der einstigen Gaststätte wieder zum Vorschein: die Eingangstür.

Inzwischen steht an der erwähnten Adresse das Haus Zentrum. Dieses erwarb die Korporation Zug 2014 mittels Tauschgeschäft von der Stadt Zug. Nun plant die Korporation, welche in diesem Gebiet insgesamt drei aneinandergrenzende Parzellen besitzt eine Überbauung und einen Neubau an Ort des ehemaligen «Hirschen». Das Projekt stehe nun diesen Herbst kurz vor der Ausschreibung zur Erlangung der Baubewilligung, weiss Korporationsbürger Andreas Bossard. Mit einer Motion möchte er nun die gefundene Eingangstür im Neubau wiederverwenden. Der Fund der historischen Eichentür war nach Angaben Bossards Zufall. Denn eigentlich sei das Abbruchmaterial des Hotels vor 60 Jahren im Zugersee hinter dem Kugelfang der Schiessanlage Koller am Seeufer versenkt worden, weiss er. Warum die Eingangstür der ehemaligen Gaststätte nicht auch im See landete, bleibt auch für Andreas Bossard ein Rätsel. Gefunden hat der Präsident des Archäologischen Vereins Zug die Eichentür im Lager der Kulturgüter des Kantons Zug in Menzingen.

Die historische Tür soll nun beim Neubau Hirschen ebenfalls eine Rolle spielen, als «Erinnerung an den alten Hirschen», wie Bossard sagt. Deshalb hat er eine entsprechende Motion eingereicht. «Ich möchte damit neu und alt verbinden», erklärt er. Die Eichentür sei zudem sehr gepflegt und in gutem Zustand. Bossard sieht auch Vorteile für die Stadtführer: «Mit einem Element vom alten Hirschen lässt sich dessen Geschichte lebendiger machen.» Seine Motion wird an der Korporationsgemeinde im Dezember behandelt werden. (Andrea Muff)