Von der strengen Grafik zum freien Zeichnen

Kunst & Design

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Die Kunststube A4 zeigt eine Auswahl an Bildern und Zeichnungen der Künstlerin Ursula Bavier (1918–2010). Die gebürtige Bündnerin hat lange in Zug gelebt und gearbeitet.

Zug – Das Zeichnen begleitete Ursula Bavier (1918–2010) fast ihr ganzes langes Leben lang. Einzig die Materialien – Ölkreide, Rötel, Gaphit... – konnten variieren. Für die gebürtige Bündnerin war die Kunst des Zeichnens nie die lange abwertend als Vorstufe zur Malerei bezeichnete Technik. Ursula Bavier schuf neben Landschaften und Stillleben vor allem auch Modellzeichnungen von Menschen.

Während ihrer Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich von 1939 bis 1943 eignete sich Ursula Bavier das streng formale Gestalten an und entwickelte einen prägnanten Sinn für das Grafische, angeregt durch ihren Lehrer Ernst Keller. Nach der Ausbildung arbeitete Bavier in Zürich in ihrem eigenen Atelier, bis sie durch Heirat um 1950 nach Zug kam und sich hier niederliess. Als Ursula Bavier vermehrt das freie Schaffen praktizierte, beispielsweise das Zeichnen und Malen in der Natur, hat sie sich stets von ihrem grafischen Sinn leiten lassen, hat Formen vereinfacht und stilisiert. Bald entwickelte die Künstlerin ihren ganz eigenen Stil.

Ursula Bavier war sehr vielseitig tätig. Nicht nur nahm sie rege an Ausstellungen teil, sondern arbeitete auch für Magazine und Zeitungen, gestaltete Signete, Schriften und Briefmarken. Ein Blick über all die Jahrzehnte ihres Schaffens hinweg jedoch zeigt einen beeindruckenden Wandel der Künstlerin von der streng formal arbeitenden Grafikerin hin zur freien Malerin und Zeichnerin, die sich von der Grafik losgelöst zu haben scheint, ihr jedoch nie vollständig entsagt hat. Ursula Bavier starb im Jahre 2010 im Alter von 92 Jahren in Claro TI.

Vom 4. November bis 15. Dezember zeigt die Kunststube A4 von Beat O. Iten an der Kirchenstrasse 2 in Zug Bilder und Zeichnungen von Ursula Bavier. Die Vernissage findet statt morgen Sonntag, 4. November, von 11 bis 14 Uhr. Am Samstag, 17. November, gibt es einen Apéro, ebenfalls von 11 bis 14 Uhr. Finissage ist am Samstag, 15. Dezember, von 11 bis 14 Uhr. (fae)