Knackpunkt der Fasnachtsplanung 2022 sind die Umzüge

Brauchtum & Geschichte

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Zugs Fasnachtsgesellschaften haben über die Planung der Fasnacht beraten. Wichtig seien, einheitliche Standards für bestimmte Anlässe.

Zug – Fasnacht ja, aber wie? Die Frage danach, wie die fünfte Jahreszeit nächstes Jahr durchgeführt werden soll, beschäftigte Vertreterinnen und Vertreter der Zuger Fasnachtsgesellschaften am Dienstagabend. Das Treffen auf dem Böschhof in Hünenberg hatte das Ziel zu evaluieren, was machbar ist – und worauf man allenfalls verzichten muss. Wie Michael Werder, Präsident der Hünenberger Eiche Zunft, mitteilt, war es allen Zuger Fasnachtsvertreterinnen und -vertretern ein Anliegen, eine erneute Absage von Bällen und Umzügen zu verhindern.

Dennoch stösst man auf ­Herausforderungen. Die Coronapandemie erschwert eine Durchführung noch immer. Gemäss aktuellem Stand sind Anlässe mit Zertifikatspflicht zwar möglich, nicht alle liessen sich jedoch auf diese Art durchführen, beschreibt Michael Werder. «Ein Knackpunkt bilden hierbei überwiegend die Umzüge», ergänzt er. Das scheint einleuchtend, denn wie bekannt ist, versammeln sich gerade an grossen Umzügen wie in Baar oder der Stadt Zug jeweils Tausende Zuschauer.

Was die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler ausserdem beschäftigt, ist die Planung so weit voraus. Man könne nur mit dem aktuellen Wissensstand planen – die Situation kann sich aber rasch ändern. Werder: «Wie sich die Lage in ein paar Wochen und Monaten zeigt, weiss zurzeit niemand.» Trotz der Umstände sind die Zuger Delegation gewillt, verschiedene Anlässe auf die Beine zu stellen und nach einer Lösung zu suchen. Michael Werder fasst das dienstägliche Treffen zusammen: «Die Fasnachtsorganisationen haben gemeinsame Ziele definiert: Die Fasnacht soll stattfinden; in angepasster und verantwortungsvoller Form.»

Kommunizieren, wenn Details bekannt sind

Am Treffen wurden dazu auch einige konkrete Beschlüsse gefasst. Zum heutigen Zeitpunkt würden diese jedoch noch nicht in der breiten Öffentlichkeit kommuniziert. «Einzelne Arbeitsgruppen werden die Konzepte im Detail ausarbeiten. Wenn diese spruchreif sind, werden sie öffentlich mitgeteilt», erläutert der Hünenberger, ohne einen genauen Zeitpunkt nennen zu können. Kommunikation und Orientierung der Fasnächtlerinnen und Fasnächtler werde ein wichtiger Aspekt sein: «Um eine Fasnacht durchführen zu können, ist man auf die Mithilfe aller angewiesen. Auch jene des Publikums.»

Obwohl die konkreten Massnahmen noch nicht kommuniziert werden, benennt man immerhin die Richtung, die eingeschlagen werden soll. Wichtig sei, dass sich die Organisationen in den einzelnen Gemeinden in gewissen Punkten abgleichen. «In einem kleinen Kanton wie Zug ergibt eine solche Zusammenarbeit Sinn», ist Werder überzeugt und ergänzt: «Alle sind sich einig: Das Kulturgut Fasnacht muss gepflegt werden.» Wenn eine Durchführung auf verantwortungsvolle und vorbildliche Weise gelinge, könne das auch positive Auswirkungen auf andere Anlässe ausserhalb der Fasnacht haben.

Zusammenarbeit mit den Behörden

Die Zuger Fasnachtsgesellschaften gehen diese Angelegenheit nicht im Alleingang an, sondern stimmen das Vorgehen mit dem Kanton ab. So waren am Dienstagabend Vertreter von Kanton und Polizei an­wesend und zeigten mögliche Umsetzungsvarianten auf. Selbstverständlich müsse dabei jederzeit die aktuell gültige Covid-Verordnung eingehalten werden.

In dieser Runde diskutiere man auch das Festlegen von terminlichen Meilensteinen, an denen Entscheidungen getroffen werden sollen. Immer unter Vorbehalt möglicher Änderungen der Lage. Michael Werder beschreibt diesen Austausch als lösungsorientiert: «Im Kanton Zug funktioniert die Zusammenarbeit vorbildlich und auf Augenhöhe.» Für die weitere Planung bleiben die Fasnachtsorganisationen und die Behörden in Kontakt. (Vanessa Varisco)