Hier gibt es kaum Langeweile
Dies & Das
Die Handwerkermesse war ein voller Erfolg. Das Kunsthandwerk zeigte, was es zu leisten vermag. Für alle gab es etwas zu bestaunen.
Unterägeri – Unglaublich vielfältig präsentierte sich die Handwerkermesse an diesem Wochenende in Unterägeri. Egal, ob Kerzen, Engelsfiguren, Schmuck oder grosse Gemälde, jede Form des Kunsthandwerks ist vertreten, was bei den Besuchern für Begeisterung sorgt. «Die Objekte sind von den Sujets her so breit gefächert, dass mir gar nicht langweilig werden kann. Anders als an einer Vernissage beispielsweise, dort bin ich an einen Stil gebunden. Aber hier, an dieser Kunsthandwerkermesse kann ich einfach zum nächsten Aussteller weiterziehen, wenn mir eine Form der Kunst gar nicht gefällt», schwärmt Lisbeth Knecht begeistert.
Krippen in Schachteln
Auch in den Jahren zuvor war die Messe stets ein Highlight für Kunsthandwerkliebhaber, denn jedes Mal sind Vertreter aus der ganzen Schweiz anwesend. Organisiert wird die Ausstellung von Beatrice Herger-Kieliger, die selber seit mehr als 35 Jahren ein Faible für Schweizer Kunsthandwerk hat. «Meine Arbeit im Atelier macht mir unheimlich Spass, und deshalb habe ich mich entschieden, dieses Jahr zum ersten Mal auf dieser Messe auszustellen. Ich probiere gerne Neues aus», erklärt Rachel Fischlin aus Baar. Sie zeichnet und malt in unterschiedlichen Stilen und kreiert auch Postkarten. «Etwas kreativ zum Ausdruck zu bringen, ist meine Leidenschaft.» Ein anderer Zuger Aussteller, der sein Talent ebenfalls sehr kreativ präsentiert, ist Hannes Wimmer aus Baar. Er stellt seine Schachtelkrippen vor. «Die Schachteln, in die ich die Weihnachtsgeschichte einbaue, sind meistens unscheinbar, manche sind aber auch Silberdosen. Was für mich die Faszination ausmacht, ist, aus einer unspektakulären Kiste etwas Kostbares zu gestalten», erklärt der Maler und Künstler, der aus seiner Pilgerreise auch ein Buch mit vielen Skizzen kreiert hat.
Viele traditionelle Kunsthandwerkarbeiten sind zu bestaunen, Schnitzereien, Goldschmiede-Arbeiten oder auch die Tradition des Webens, wie Cécile Küchler aus Stalden sie zeigt. «Vor dreissig Jahren habe ich einen kleinen Webstuhl geerbt, und so habe ich begonnen, Kurse zu nehmen. Heute kann ich mein Wissen weitergeben», berichtet sie und fügt an: «Für mich ist es das Schönste, die verschiedenen Farben für ein Tuch oder einen Schal zusammenzustellen. Das Weben bedeutet viel Aufwand, aber alle, die sich mit Kunsthandwerk auskennen, wissen meine Arbeit dann auch zu schätzen.»
Gegen Nachmittag strömen immer mehr Besucher in die Ägerihalle, um die sorgfältig drapierten Kunstwerke zu bestaunen. «Es ist natürlich immer eine Geschmackssache, manchen sagen meine Keramiktiere nichts, andere bleiben neugierig stehen», weiss Fritz Wyss aus Schwarzenburg, «Mir macht es auf jeden Fall Freude, immer wieder neue Tiere zu gestalten; auch wenn beim ersten Versuch nicht immer alles gelingt.» (Vanessa Varisco)