Donnerstag 13. Mai 2021

Theater GenauSo – Venus im Pelz

Theater & Tanz

Theater im Burgbachkeller, Zug

  • Datum 13.5.2021  20:00
  • Ort Theater im Burgbachkeller, Zug
  • Link
  • Preis CHF 35/20 (Ermässigt)
  • Kategorie Theater allgemein
  • Barrierefreiheit Zu-/ Eingang mit flacher Rampe / Schwelle, Zu-/ Eingang nur mit Hilfestellung möglich

1870: Ein entlegener Landgasthof. Es ist Neumond. Leopold von Sacher Masoch schreibt die Novelle «Venus im Pelz».

THOMAS: «Jedenfalls war das Buch 1870 ein Riesenskandal.»
WANDA: «Glaub ich gern. Ist ja auch Sado-Maso-Porno.»
THOMAS: «Es ist kein Sado-Maso-Porno. Venus im Pelz ist eine große Liebesgeschichte. Eine
seriöse Erzählung. Sie gehört zum Kanon der Weltliteratur.»

Heute: Auf einer kargen Probebühne. Draussen schüttet es aus Kübeln. Regisseur Thomas ist
verzweifelt: keine der 35 Schauspielerinnen, die vorgesprochen haben, eignet sich auch nur
annähernd für die weibliche Hauptrolle «Wanda von Dunajew» in seiner Inszenierung von «Venus im Pelz».

Da taucht plötzlich Wanda Jordan auf. Viel zu spät, pitschnass und schlecht vorbereitet. Doch mit ihrem unkonventionellen Charme nötigt sie Thomas ein Vorsprechen ab – und brilliert. Auch Thomas, welcher aus der Not heraus Wandas Gegenpart «Severin von Kusiemski» mimt, blüht allmählich in einer Rolle auf.

WANDA: «Gut, Thomas, sehr gut! Aber weisst du, was das Problem dabei ist? Dieses Stück ist
so sexistisch, dass ich gleich total die Krätze krieg.»
THOMAS: «Wie kannst du sie nur so gut spielen und so scheiss bescheuert über sie reden?»

Allen Widrigkeiten zum Trotz proben die Beiden das Stück zu Ende und laufen immer mehr Gefahr, sich in dessen Handlung zu verlieren. Machtverhältnisse, Rollen und Rollenbilder verschieben sich zusehends und bringen beide an den Rand des Mach - und Ertragbaren. Wer ist Wanda wirklich? Und wem gelingt es, am Schluss das Oberwasser zu behalten?
In ihrer wilden, eigensinnigen Form, körperlich exaltierend und Raum fordernd, werfen sich die zwei Spielenden performativ in die gegenseitige Konfrontation. Manipulierend. Dominierend. Grenzen erweiternd.

Mit Ailin Nolmans, Mathias Ott
Regie Dalilah König
Bühne und Kostüm Jules Gisler
Musik David Hohl