Kulturblick Schule: Myra Megert, Primarlehrerin und Musikerin

Vermittlung

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Kulturblick Schule aus dem Zug Kultur Magazin, Ausgabe Mai 2024, Seite Schulen: Myra Megert, 27, Primarlehrerin und Musikerin, Oberwil bei Zug

  • Myra Megert engagiert sich in ihrem Schulhaus für die kulturelle Bildung. (Bild: zVg)
    Myra Megert engagiert sich in ihrem Schulhaus für die kulturelle Bildung. (Bild: zVg)

Oberwil b. Zug – «Kulturelle Bildung an der Schule ist für mich ein Recht – damit jedes Kind teilhaben kann an unserer Gemeinschaft und die Möglichkeit erhält, diese verstehen zu lernen. Kultur ist der Schlüssel für unser Zusammenleben, es geht um Anschluss in der Gesellschaft und bei aktuellen Themen. Zum Beispiel der Fortschritt in der Technik, KI, das sind Entwicklungen, mit denen die Kinder in der heutigen Zeit aufwachsen, die ihre Eltern so nicht gekannt haben. Wenn man als Primarschulkind den Zugang zur Kultur nicht hätte, dann hätte man auch keinen Zugang zu den Thematiken, die auf einen zukommen – ob man diese nun gut findet oder nicht. Es ist wahnsinnig wichtig, dass alle Kinder diesen Zugang bekommen. Genau dafür eignet sich die Schule, denn dort treffen alle sozialen Schichten aufeinander. 

Dieses Schuljahr begann mit einer Zirkuswoche, bei der ich im Projektteam war – ein besonderer Kick-off, an dem das ganze Schulhaus beteiligt war. Das passte auch zum Jahresthema unserer Schule: ‹Hereinspaziert›. Getreu dem Motto, laden wir Gäste ein oder machen Ausflüge zu diversen Kulturangeboten. So gastierten bereits eine Fotografin und ein Autor an der Schule und wir besuchen bald den Burgbachkeller, um uns das interaktive Theater ‹Simple Machines› anzuschauen, bei dem es um Roboter geht. Genau wie KI, interessieren und beschäftigen solche Themen die Kinder sehr. An der Schule sind sie unumgänglich, sie gehören zur Realität, in der die Kinder und wir alle leben. Darum lieber integrieren statt boykottieren.

Eine gute Anleitung und eine Person, die die Kinder mitreissen kann, sind nötig für ein gelingendes Kulturprojekt. Ausserdem braucht es Aktualität – Themen, die von den Kindern im Alltag weiterverfolgt werden können. Vor kurzem erzählte mir ein Schüler, dass er, nach einem Workshop im Kunsthaus, zu Hause eine Lochkamera gebaut und diese ausprobiert hat. Fand ich mega lässig! 

Fürs traditionelle Abschlussprojekt an unserer Schule habe ich letztes Jahr mit 60 Kindern eine Tanzchoreo erarbeitet. Es war beeindruckend mitzuerleben, wie das Projekt zu einem grossen Ganzen zusammenwuchs und einen schönen – sowie emotionalen – Abschluss des Schuljahres bildete.» 

Aufgezeichnet von Maria Brosi