Sie lügen bis zum bitteren Ende

Volkskultur

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Die Theatervereinigung spielt derzeit die Komödie «Lüge, nüt als Lüge». Die Schauspielerinnen und Schauspieler haben dabei ebenso Spass wie das Publikum.

  • Jörg Steiger (gespielt von Lukas Röllin) ist einem Techtelmechtel mit Ursula Huber (Barbara Maissen) nicht abgeneigt, Tante Rita (rechts, Brigitta Spengeler) hat nichts dagegen einzuwenden. (Bild Stefan Kaiser)
    Jörg Steiger (gespielt von Lukas Röllin) ist einem Techtelmechtel mit Ursula Huber (Barbara Maissen) nicht abgeneigt, Tante Rita (rechts, Brigitta Spengeler) hat nichts dagegen einzuwenden. (Bild Stefan Kaiser)

Menzingen – Die Theatervereinigung Menzingen interpretiert die von Walter G. Pfaus verfasste Komödie «Lüge, nüt als Lüge» in vier Akten in einer neuen, gestrafften Form. Regisseurin Rita Kälin erzählt: «Ich habe die etwas veraltete und viel zu lange dauernde Originalfassung gekürzt und der heutigen Zeit angepasst. Die Schauspielrinnen und Schauspieler stürzten sich motiviert und mit Elan in die Proben. Sie merkten schnell, dass sie alle Register ihres Könnens ziehen müssen, um ihre Rollen perfekt interpretieren zu können.» Das Publikum ahnt schon früh, dass es heiter zu- und hergehen wird, als das in Geldsorgen steckende Ehepaar Ursula Huber (gespielt von Barbara Maissen) und Leo Huber (Peter Rüttimann) einen perfiden Plan aushecken. Sie wollen sich das Geld ihrer Tante Rita (Marie-Theres Barmet) unter den Nagel reissen, die als Filmdiva in Hollywood Millionen von Dollars gescheffelt hat. Als Rita einen Besuch ankündigt, gerät Ursula Huber ins Schwitzen, weil sie mit ihrer in Briefkontakt stehenden Tante vorgegaukelt hat, ebenfalls reich zu sein. Leo Huber, der einfache Arbeiter, soll sich beim Besuch der Tante als Direktor einer Zuger Grossbank präsentieren. Hubers Nachbar Werner Däppen (Michael Schmid) wird zum Dienstchauffeur des Bankdirektors befördert. Und die bildhübsche Pia Däppen (Angela Landtwing), auf die Leo Huber ein Auge geworfen hat, fungiert als Haushälterin, während Jörg Steiger (Lukas Röllin), der einem Techtelmechtel mit der Hausherrin nicht abgeneigt ist, zu deren Ehemann erkoren wird.

Lügengeschichte gerät ins Wanken

Als Tante Rita unerwartet früher als geplant eintrifft, sitzen Jörg Steiger und Ursula Huber eng umschlungen auf dem Sofa. Rita ist begeistert, dass das vermeintliche Ehepaar derart gut harmoniert, was dem echten Ehemann Leo Huber sichtlich missfällt. Für ihn ist es nicht leicht, das Gesicht nicht zu verlieren, während seine Gattin ihr Rollenspiel ausgiebig geniesst. Endgültig drunter und drüber geht es zu und her, als Ursulas Schwiegermutter Berta Huber (Anna-Maria Stadelmann) zu Besuch kommt und sich andauernd betrinkt. In ihrem Alkoholrausch verplappert sie sich Mal für Mal. Um heil davonzukommen, wird am laufenden Band gelogen und betrogen. In den Armen seiner Haushälterin strahlt selbst der gehörnte Leo Huber über das ganze Gesicht. Die Lügengeschichte gerät dann aber vollends ins Wanken, als sich ein Einbrecher als weiterer Sohn von Berta Huber ausgibt und das Herz der Tante Rita erobert, die kurz danach den Rückflug nach Hollywood antritt. Nur wenig später, als alle wieder ihre wahre Identität angenommen haben, stattet eine andere Tante Rita (Brigitta Spengeler) einen Besuch ab. Es stellt sich die Frage, ob sich das ständige Lügen gelohnt hat. Wir verraten es an dieser Stelle natürlich nicht.

Der ebenfalls anwesende Thomas Koch, der selbst als Schauspieler bei verschiedenen Zuger Theateraufführungen brilliert, bemerkte kurz und bündig: «Man spürt, dass die Schauspielerinnen und Schauspieler ihre nicht einfachen Rollen mit grosser Freude und voller Elan interpretieren.» (Martin Mühlebach)

Hinweis
Weitere Vorstellungen im Zentrum Schützenmatt in Menzingen: Dienstag, 30.Oktober, Freitag und Samstag, 2.und 3. November, jeweils um 20 Uhr.