20. Klappe für das Waldstock-Spektakel

Musik, Theater & Tanz

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Mit Konzerten, Filmen und Spielen feierte das Open-Air-Festival in Steinhausen sein Jubiläum. Für die Kleinen gab’s einen Spielnachmittag.

  • Am Waldstock-Kindernachmittag ist Geschicklichkeit gefragt. (Bild Jakob Ineichen)
    Am Waldstock-Kindernachmittag ist Geschicklichkeit gefragt. (Bild Jakob Ineichen)

Steinhausen – Eine riesige Filmklappe hiess die Besucher am Samstagnachmittag auf dem Waldstock-­Areal ob Steinhausen willkommen. Darauf die Zahl 20. Keine Kasse, freier Zugang  – Kindernachmittag. Dahinter tat sich der beliebte, mit viel bunter Fantasie aufgebaute Festplatz auf: eine grosse Filmleinwand mit Strohballen davor; gegenüber im Halbrund aufgestellte Bars, Bistros, Grills und Küchen. Zwei mit gewölbtem Dach beschirmte Bühnen, eine kleine und eine grosse, und mitten drin als «Herz» das Technik-Kabäuschen.

«Sonst ist hier Wiese und Waldrand», erzählt Tobias Glauser, Präsident und Werbeverantwortlicher des organisierenden Vereins. «Einmal im Jahr aber bringen wir Natur mit Kultur in Verbindung.» Er blickt zurück auf die ersten drei Festivaltage, zufrieden mit dem grossen Besucherandrang. «Am Mittwoch war unser Retroabend, eher intim. Aber am Donnerstag und Freitag ging die Post ab, jeden Abend mehr Leute. Bei 1500 Besuchern müssen wir Stopp sagen.»

Ein Open Air für Jung und Alt

Das seit vielen Jahren erprobte OK-Team, ein erweitertes OK und bis zu insgesamt 450 Helfer machen es möglich, dass Musikgruppen wie Mr. Marble’s Puddle Stompers (CH), bokito (GB) oder Jenny and the Mexicats (Mexico) auftreten können.

Comedy ist heuer mit Bänz Friedli vertreten. Das Programm dauert allabendlich bis über Mitternacht hinaus und jeweils um halb zehn laufen unter freiem Himmel Filmkleinode wie «Captain Fantastic» oder «Raving Iran». Und am 1. August fand zum ersten Mal auch ein Waldstock-Jassturnier statt. Der Samstagnachmittag aber ist ganz den Kindern gewidmet. Zwischen drei und zehn Jahren alt, begleitet von Eltern oder Gspändli, melden sie sich am Eingang an einem speziellen Stand an, erhalten einen Pass und müssen dann an zehn Posten ihr Wissen, ihre Geschicklichkeit oder ihr Erinnerungsvermögen testen. Sei es im Minigolf, beim Memoryspiel, beim Klötzliturmbau oder bei der «Zahnfee», wo sie aus abgeschnittenen Petflaschenböden farbige Backenzähne fabrizieren. Maximilian, Lynn, Cris, Leonie, Mia oder Valentin – sie sind alle mit Feuer und Flamme dabei, geduldig und liebevoll angeleitet von jungen Männern und Frauen.

«Blauring, Jungwacht und Pfadi Steinhausen haben den Kinderparcours entworfen und betreuen ihn auch, je zu zweit pro Posten», schildert Alina Meierhans, welche den Überblick hat und sich um alles kümmert. Sie weist auf eine Warteschlange von kleinen Gästen hin: «Dort haben wir das Kinderschminken eingerichtet.» Mit Glitzerstaub und vielen Farben werden sie zu Schmetterlingen oder Katern geschminkt, während ihre Eltern warten oder im Schatten etwas trinken, essen, plaudern.

Am Schluss noch Zauberei

Die Atmosphäre auf dem rege besuchten Festplatz ist gemütlich, heiter, gelöst. «Die Aufgaben waren ganz einfach», nickt die sechsjährige Emily Aschmann, nachdem sie den Kinderparcours bestanden und ein kleines Geschenk erhalten hat. Es gefällt ihr hier, ihre Mutter kommt schon seit vielen Jahren ans Open Air, «anfangs noch ohne Kinder», erzählt sie.

Der Waldstock-Familientag wird abgerundet durch den Appenzeller Zauberer «Hannes vo Wald», der auf der Bühne virtuos und humorvoll nicht nur die Kinder in seinen Bann schlägt. Danach startet der letzte Festivalabend, mit weiteren vier Bands bestückt, in sein fulminantes Ende. (Dorotea Bitterli)