Samstag 23. Oktober 2021 bis Donnerstag 11. November 2021

Leben, was geht! Suizid im Gespräch mit Hinterbliebenen

Ausstellungen

Shedhalle, Zug

  • Datum 23.10.2021 - 11.11.2021 jeweils Sa, So  14:00 - 18:00
    26.10.2021 - 11.11.2021 jeweils Di, Mi, Do, Fr  09:00 - 12:00
    26.10.2021 - 11.11.2021 jeweils Di, Mi, Do, Fr  14:00 - 17:00
  • Erg. Zeitangaben Unter der Woche (Di - Fr) ist zwischen 12 und 14 Uhr Pause - nicht durchgehend geöffnet
    An Wochenenden gelten folgende Öffnungszeiten: 14 - 18 Uhr
  • Ort Shedhalle, Zug
  • Link
  • Preis Kollekte - Eintritt kostenlos
  • Vorverkauf Kollekte - Eintritt kostenlos
  • Kategorie Mensch / Gesellschaft
  • Zielgruppe Auch für Schulklassen geeignet (Spezialangebote), Offen für alle
  • Art der Ausstellung Sonderausstellung
  • Barrierefreiheit Nicht rollstuhlgängig, Sitzgelegenheiten für Menschen mit einer Gehbehinderung sind vorhanden.
  • Vergünstigungen Beitrag freiwillig / Kollekte

Das Thema Suizid ist, obwohl in der Schweiz täglich zwei bis drei Personen aus dem Leben scheiden, ein Tabuthema. Darüber hinaus werden tagtäglich bis zu dreissig Personen nach einem missglückten Suizidversuch medizinisch betreut. Aus diesem Grund scheint es notwendig, darüber offen und konstruktiv sprechen und wertefrei informieren zu können. Hinterbliebene, Helfende und das unmittelbare Umfeld kommen aus diesem Grund in der Ausstellung zu Wort. Ziel ist es, Sprache rund um das schwierige Thema Suizid, Suizidalität und ernsthafte Krisen zu generieren, damit Fehlannahmen, Stigmatisierung und eine lähmende Sprachlosigkeit im Umgang mit dem Thema Suizid das Weiterleben der Hinterbliebenen und Betroffenen nicht zusätzlich erschweren.

In diesem Rahmen wird die interaktive Wanderausstellung Leben, was geht! Suizid im Gespräch von Martin Steiner organisiert und durchgeführt. Vom 23.Oktober – 11. November 2021 thematisiert die Ausstellung Suizid aus dem Blickwinkel der Hinterbliebenen. Direkt Betroffene respektive Hinterbliebene und Betroffene wie z.B. eine Tochter, ein Vater, eine Mutter und der Freundeskreis sowie das helfende Umfeld wie z.B. Ärzte, Psychiater, Bestatter, Pfarrer, Fachstellen und Philosophen kommen direkt zu Wort. Mitwirkende der „Living Library“ sind am 31. Oktober und am 7. November in Zug anwesend. Auf diese Weise können Besucher und Besucherinnen in dialogisch ausgerich-teten Situationen mit den Living Books ins Gespräch kommen. Für die verbleibende Ausstellungsdauer stehen den Besuchenden Podcasts der einzelnen Positionen via QR-Code zur Verfügung. Infopanels, interaktiv-partizipative Module und Installationen ergänzen diesen gross angelegten Dialograum während der ganzen Ausstellungszeit. Ausserdem werden zwei Spezialanlässe für max. 50 interessierte Personen angeboten: Fr 29.10.2021, 14-15 Uhr, Lesung einer Überlebenden und Fr 5.11.2021, 14-15.15 Uhr, Film «Dem Himmel zu nah» mit Annina Furrer. Um Anmeldung bei Martin Steiner wird gebeten. Bei Fragen wenden Sie sich ebenfalls an Martin Steiner. In der Shedhalle Zug werden alle diese Inhalte einer breiten Öffentlichkeit, der aktuellen Schülerschaft der Region, sowie auch Fachpersonen und fachlich Involvierten, die in ihrem Alltag mit Suizid konfrontiert sind, zugänglich gemacht. Für Schulklassen der Stufen Sek. I und II, sowie Mittelschulen und Berufsschulen stehen pädagogische Dossiers online zur Verfügung.

Die 23 Teilnehmer und Teilnehmerinnen erzählen über diverse Aspekte ihrer Erfahrungen mit Suizid aus ihrem spezifischen Blickwinkel. Sie laden die Besuchenden dazu ein, Suizid, Suizidalität und ernsthafte Krisen aus verschiedensten Perspektiven zu erfahren und kennenzulernen und schärfen den Blick für Hinterbliebene und deren Leben danach. Dieser Teil der Arbeit spürt dem Thema Suizid auf dialogisch-perspektivische Weise nach. Besuchende sollen dazu angeregt werden, über das Thema offen und auf vielfältige Weise reden und sinnieren zu können, um darauf sensibilisiert zu sein und präventiv agieren zu können. Das Verschwiegene, das Wortlose und Verletzende mit Hilfe des Dialogs aufzubrechen ist zentrales Ziel der Ausstellung. Das Projekt lädt zusätzlich zu einer informativ-erlebenden Reise via Panels und interaktiven Modulen ein. Besuchende können die präsentierten Inhalte in einem wertefreien Raum interaktiv-sprechend, betrachtend und lesend erkunden. Besuchende sind gebeten, ihr portables Telefon und Kopfhörer mitzubringen, da viele Inhalte via online Module funktionieren.

Die Ausstellung erweist sich als passende Ergänzung zum 2016 erstellten Plan des Bundes zur Suizidprävention und zur 2019  lancierten Kampagne Wie geht es dir? Sie setzt sich zum Ziel, aktiv und unmittelbar vor Ort zu sein, um Eindrücke und Informationen dialogisch zu vermitteln. Impulse werden spürbar, und Imagination über ein Phänomen wie Suizid und Suizidalität wird durch eine konkret hörbare Erzäh-lung mit Hilfe interaktiver Posten und informativer Module reguliert. Hinterbliebene und Betroffene und deren Positionen sowie ungeklärte Fragen erhalten Gesichter respektive werden beantwortet, indem die Geschichten direkt und indirekt Betroffener den Raum füllen oder Experten oder Betroffene Antworten geben können. Hinterbliebene sollen die Möglichkeit erhalten, ein Stück Mittragen zu erleben, um über den Verlust hinwegzukommen. Sprache und darüber reden können tragen ein Stück weit dazu bei, diesen Prozess zu stärken. Sensibilisierung, Prävention, Postvention und Ressourcenstärkung stehen bei der vorliegenden Ausstellung im Zentrum.

Autor
Martin Steiner beschäftigt sich als Kulturschaffender mit Heimat, Menschen und dem Menschsein. Weitere Informationen über seine Tätigkeiten finden Sie unter: https://leben-was-geht.ch/kuenstler-infos/martin-steiner/

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