Samstag 23. Oktober 2021

Vernissage: Albert Merz – Rückwärtsvorwärts 1

Kunst & Baukultur

Kunsthandlung & Galerie Carla Renggli, Zug

  • Datum 23.10.2021  17:00
  • Ort Kunsthandlung & Galerie Carla Renggli, Zug
  • Kategorie Kunst allgemein
  • Zielgruppe Offen für alle
  • Vergünstigungen Gratis für alle / Freier Eintritt

Ich bin fast 80.
Das bedeutet das halbe Leben Kunst. Ich war ein Späteinsteiger. Man wird älter, aber auch erfahrener und reifer. Was sich nicht nur inhaltlich ausdrückt, sondern auch in der Sichtung und Beurteilung der eigenen Arbeit.

In meinem Alter sieht man das Ende, aber auch den Anfang. Es beginnen die Blicke zurück und man erkennt Lebensthemen, die einen immer wieder oder immer noch begleiten. Und doch will man sich nicht einfach wiederholen, sondern man will ergänzen, erneuern und sich weiter entwickeln. Um stehen zu bleiben, bin ich einfach zu neugierig und zu lebenslustig.

Der Titel der Ausstellungen „rückwärtsvorwärts“ beinhaltet beides: den Blick zurück und den Schritt vorwärts ins Unbekannte. Ich habe „alte“ Bilder, die meinem jetzigen Qualitätsstandard nicht stand-gehalten haben, aussortiert und schwarz übermalt. Sichtbar sind noch die alten Reliefzeichnungen. Darauf habe ich weiter gearbeitet, praktisch ein Reset geschaffen, was zu einer Synthese vom Jetzt mit dem Vergangenen wurde. Zudem hatte ich einen grossen Auftrag für Kunst am Bau in Deutsch--land, bei dem ich faszinierende Erfahrungen mit digitaler Gestaltung gemacht habe und zum ersten Mal in meiner Arbeit Fotos miteinbezogen habe. Das war Neuland. Diese Arbeit hat mich zu einer völlig andern Farbigkeit gebracht, die auch zurückstrahlte auf die Atelierarbeit. Ohne diese Erfahrung sähe die Serie „Revisited“, die eine neue Farbigkeit und neue Formen aufweist, nicht so aus, wie sie
heute aussieht.

Weiter habe ich durch den Rückblick wieder richtig Lust auf  die spontane Art der Kohlezeichnung erhalten, die viel Emotionales und direkte Aktion zulässt. All dies wird in beiden Ausstellungen
sichtbar sein.


Albert Merz  2021


Albert Merz, 1942 in Unterägeri geboren, besuchte nach der Ausbildung zum Primarlehrer und einigen Jahren Unterricht  

von 1972 bis 1975 die damalige Kunstgewerbeschule in Luzern, wo er sich zum Zeichenlehrer ausbilden liess. Das Bedürfnis,

selber künstlerisch tätig zu sein, führte ihn Jahre später nach Berlin an die Hochschule der Künste, an der er von 1980 bis

1984 studierte. Bereits 1982 hat Merz, der sich als Spätzünder bezeichnet, die Möglichkeit, seine Arbeiten in deutschen

und schweizerischen Galerien in Einzelausstellungen zu zeigen. In den folgenden Jahren weiten sich die Möglichkeiten

auf ganz Europa. Deutsche Kunstvereine und öffentliche Sammlungen interessieren sich für ihn. Kunst am Bau Projekte

folgen: Zum Beispiel 1988 Stadtbibliothek Zug, 2009 Aegerihalle in Unterägeri.