Grosses Vergnügen auf grosser Leinwand

Film

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Heute läuft im Open-Air-Kino an der Seepromenade der Film «The Post» von Steven Spielberg. Er zeigt, wieso es kritische Zeitungen braucht – auch heute noch. Das Programm bildet ein gutes Kinojahr ab.

  • An der Seepromenade befindet sich während mehr als eines Monats die grösste Kinoleinwand im Kanton. (Bild Werner Schelbert)
    An der Seepromenade befindet sich während mehr als eines Monats die grösste Kinoleinwand im Kanton. (Bild Werner Schelbert)

Zug – Der Film lebt von der Grösse – und das für einmal nicht im übertragenen Sinn. Mögen in den vergangenen Jahren auch die TV-Bildschirme immer grösser geworden sein: Mit der Bildgewalt des Kinos konkurrenzieren werden sie nie können.

Erscheint dann noch der Mond über dem Zugersee, ist das Erlebnis Open-Air-Kino vollkommen. Eigentlich schade, dass sich Heranwachsende heute diesem Schauspiel nicht mehr hingeben wollen. Zu diesem Schluss zumindest kommt ein Artikel der «Neuen Zürcher Zeitung». Dort war kürzlich zu lesen, dass die Jungen auf die Frage, wo Hunderte gebannt auf eine Leinwand starren, zur Antwort gäben: Public Viewing.

Eines ist klar: In diesem Jahr verpassen die Daheimbleibenden im Open-Air-Kino an der Seepromenade sicher etwas. Bis am 15. August laufen dort 37 Filme. Im Gegensatz zu anderen Jahren ist Franz Bachmann von der Open Air Kino Luna AG, die für die Programmation besorgt ist, ein guter Mix gelungen.

Ein Studiofilm und etwas Massenware

Darin hat ein Studiofilm wie «3 Nächte in Quiberon» (15. Juli), der über eine kurze Auszeit der bekannten Schauspielerin Romy Schneider berichtet, ebenso Platz wie der dritte Aufguss von «Fuck Ju Göthe» (17. Juli). Auch die Zahl der Wiederholungen ist gegenüber früheren Jahren kleiner geworden. Das ist dem Umstand zu verdanken, dass im ersten Halbjahr 2018 im Kino starke Filme gelaufen sind. Dass der Film «The Darkest Hour» (14.Juli) gerade am französischen Nationalfeiertag läuft, mag Zufall sein. Es passt aber sicher zur Story: Adolf Hitler hat gerade Frankreich überrollt, die Briten sind der letzte Leuchtturm. Deren Premierminister William Churchill steht vor wegweisenden Entscheiden. Für sein Spiel in diesem Dialogfilm hat Clive Owen den Oscar als bester Schauspieler erhalten.

Wer «Three Billboards Outside Ebbing Missouri» (12. Juli) noch nicht gesehen hat, muss dies unbedingt nachholen. Der Kampf einer Frau gegen die Polizei in einer Kleinstadt im Nirgendwo der USA ist subtil gemacht und mit starken Dialogen gespickt. Da der Film in der Originalsprache mit deutschen Untertiteln läuft, kommt er auch viel besser zur Geltung.

Viele Filme laufen in Originalfassung

Überhaupt ist zu begrüssen, dass Franz Bachmann in diesem Jahr wieder mehrere Filme in der Originalsprache im Programm hat. Es hat auch Schweizer Streifen im Programm. Besonders empfiehlt Bachmann den Dokumentarfilm über die Köhler aus dem Entlebuch (25. Juli). Vor dem Film gibt es ein Interview mit dem Filmemacher Robert Müller.

In Zug hat auch ein Film mit Hit-Potenzial Platz: «Mamma Mia: Here We Come Again» (28.Juli und 11. August). Die Crew des ersten Tanzfilms ist wieder dabei. Bachmann bezeichnet diesen Streifen treffend als «Wohlfühlfilm». Auch jener läuft beide Male in der Originalfassung auf Englisch. Auch in diesem Jahr lädt die Stadt Zug wieder gratis zu einem Film ein. Mit «The Florida Project» (15. August) wird die diesjährige Saison des Open-Air-Kinos abgeschlossen. Er zeigt das harte Leben von Menschen in Florida abseits der Touristenströme im Sunshine State.

Mehr Informationen zum Programm des Zuger Open-Air-Kino erhält man im Internet auf www.coopopenairkino.ch. Auf dieser Seite sind auch kurze Filmbeschreibungen wie auch die Trailer zu finden. (Marco Morosoli)