Samstag 9. Oktober 2021

Öffentliche Stadtführung: Schwerpunkt Kirche St. Oswald

Kunst & Baukultur, Brauchtum & Geschichte

Zytturm, Zug

  • Datum 9.10.2021  09:50 - 11:30
  • Ort Zytturm, Zug
  • Preis CHF 5.00 pro Person, Teilnehmer/innen unter 18 Jahren gratis
  • Kategorie Stadtführung

Nach den Burgunderkriegen und den daraufhin fliessenden Geldern aus Fremden Diensten und Pensionszahlungen erlebte Zug einen bemerkenswerten Aufschwung. Bauten wie diejenigen der Kirche St. Oswald, aber auch des Rathauses, zeugen von dem erstarkten Selbstbewusstsein der Stadt Zug, aber auch der Opferfreudigkeit ihrer Bewohner.

1477 wurde der Bau einer neuen Stadtkirche geplant. 1478 legte Hans Felder den Grundstein für die spätgotische Saalkirche, die bereits 1492 zur dreischiffigen Basilika erweitert wurde. Aus der vierjochigen Saalkirche entstand durch mehrere Ausbauten eine der größten und repräsentativsten spätgotischen Stadtkirchen der heutigen Schweiz, die dem heiligen Oswald von Northumbrien geweiht ist und einige Reliquien des frühmittelalterlichen Königs enthält.

Durch das reich geschmückte Doppelportal, das von den Stadtheiligen Oswald und Michael flankiert wird und die schlichte Fassade ziert, treten wir in das breit angelegte Hauptschiff ein. Das Netzrippengewölbe des südlichen Seitenschiffs weist gegenüber dem 20 Jahre zuvor entstandenen virtuosen Gewölbe des nördlichen Seitenschiffs einfache Formen auf. Kunstvolle Konsolen und gewundene Dienste prägen die Wände der Seitenschiffe. Chor und Seitenschiffe werden durch kleine Masswerkfenster erhellt. Das Langhaus wird durch Obergadenfenster erhellt. Auffallend ist der im Zuge der Erhöhung des Hauptschiffes 1445 entstandene mächtige Chorbogen.

Im Chor ist das 1484 entstandene, reich geschnitzte spätgotische Chorgestühl erhalten. Über der Turmtür befindet sich die Kopie eines 1492 gemalten Tafelbildes, das den Kirchenstifter, Johannes Eberhart sowie den heiligen Oswald und Anna selbdritt zeigt. Das Original dieses bedeutenden spätgotischen Gemäldes hängt im Burgmuseum. Ein ungewöhnliches Ausstattungsstück ist der 1935 von August Weckbecker geschaffene Hochaltar, der in Jugendstilformen ein spätgotisches Figuren-Retabel andeutet. Zeitgleich entstanden die Farbglasfenster von Felix Baumhauer.

Mit Jürg Johner

Die Führung findet bei jeder Witterung statt
Treffpunkt: 09.50 Uhr beim Zytturm
Kosten: CHF 5.00 pro Person, Teilnehmer/innen unter 18 Jahren gratis
Anmeldung nicht erforderlich