Samstag 19. September 2020

Ausstellungseröffnung und Zuger Kunstnacht

Kunst & Baukultur, Film & Multimedia, Literatur & Gesellschaft, Brauchtum & Geschichte

Kunsthaus Zug, Zug

  • Datum 19.9.2020  17:00 - 23:00
  • Erg. Zeitangaben Museums-Öffnungszeiten:
    Dienstag - Freitag von 12.00 - 18.00 Uhr
    Samstag - Sonntag von 10.00 - 17.00 Uhr
  • Ort Kunsthaus Zug, Zug
  • Link
  • Preis Freier Eintritt
  • Kategorie Kunst allgemein, Foto, Geschichte, Lesung (literarisch), Video, Weitere Museum / Sehenswürdigkeiten
  • Barrierefreiheit Rollstuhlgängig, Zu-/ Eingang bodeneben, Zu-/ Eingang zur Toilette bodeneben, Blindenhunde zugelassen, Rollstuhl vorhanden
  • Schauspieler/in Stadlin, Judith
  • Vergünstigungen Gratis für alle / Freier Eintritt

17.30 Uhr Eröffnung der Ausstellung, mit Direktor und Kurator Dr. Matthias Haldemann
18.00 Uhr Judith Stadlin, Live-Literatin, Schauspielerin, Autorin des Buches «Häschtääg zunderobsi», verpasst dem Zugerdeutschen eine Frischzellenkur. Sie mischt alte Ausdrücke mit heutigem Neudeutsch und lässt so verblüffende, belebende Sichtweisen entstehen. In 3 Teilen à je 20 Min
18.30 Uhr Apéro in der Kunsthaus-Bar
19.30 Uhr Judith Stadlin, Teil 2
20.00 Uhr Kurzführung, mit Sandra Winiger, Leiterin Kunstvermittlung
20.30 Uhr Judith Stadlin, Teil 3
21.00 Uhr Kurzführung, mit Sandra Winiger

Nichts ist mehr so, wie es noch vor Kurzem als sicher galt. Ein Virus verändert die Wahrnehmung der Welt und unsere Selbstverständlichkeit. Wir sind stärker zurückgeworfen auf das private Lebensumfeld und die Region. Die ungewohnte Situation lädt ein, die Beziehung zu sich selbst, zur Umgebung und zur Welt zu hinterfragen.

Die Ausstellung 'BeZug' geht diesen Fragen nach und richtet mit Werken aus der Kunsthaus-Sammlung ihren Fokus auf das Eigene. Die Aussensicht wird ausdrücklich miteingeschlossen: Die Ausstellung vereint internationale Künstler – die sich in ihren Arbeiten auf Zug beziehen – mit Kunstschaffenden der Region.Was ist ‹das Eigene›? Und was zeichnet es aus?

Exemplarisch für diese Auseinandersetzung steht Olafur Eliassons Werk 'Analemma for Kunsthaus Zug': Während eines Jahres wurde die Sonne zur immer gleichen Zeit aus dem Dachfenster des Kunsthauses aufgenommen. Die Arbeit bildet somit gleichzeitig den universellen Lauf der Zeit ab – die Erde umkreist die Sonne –, und den eigenen, lokalen Standort des Kunsthauses. Auch die Künstler Tadashi Kawamata und Till Velten setzten sich als Aussenstehende mit der Stadt, der Natur und den Menschen hier auseinander. Und Christoph Rütimann hat für sein Projekt Sammlung zu den baulichen Veränderungen des Kunsthauses eine neue Installation konzipiert.

'BeZug' führt aber auch zurück zu den eigenen Wurzeln: Werke von Louis Ammann, Werner Andermatt, Armin Haab, Eugen Hotz, Hans Potthof, Christian Staub und Alex Stocker markieren den Anfang der modernen freien Kunst im Kanton Zug. In der Zeit um den Zweiten Weltkrieg entstanden, spürt man den Bildern das Abgekapselte der damaligen Zeit an. Parallelen zu heute?

Die Ausstellung spannt den Bogen und vereint Zeichnungen, Malerei, Videoarbeiten und Werke aus experimentellen Materialien. Bekanntes, Vertrautes und Neues. Etwa das zeichnerische Schaffen von Fritz Roth, das zum ersten Mal in dieser Breite vorgestellt wird. Seine Skulpturen treten zudem in Dialog mit Werken seiner früheren Mitbewohnerinnen Rut Himmelsbach und Hanna Villiger. Oder die grossformatigen Arbeiten von Guido Baselgia und Lukas Hoffmann, die auf Annelies Štrbas Fotografien treffen. Während sich Kunstschaffende seit je her mit ihren Bedingungen beschäftigen – die Wahrnehmung und der eigene Körper, die Vergänglichkeit, die Familie, die eigene Umwelt –, ist dies für viele Menschen in Zeiten von Corona eine neue Herausforderung. Oder eine Entdeckungsreise.

Begleitend zur Ausstellung laden wir Sie zudem ein, mit unterschiedlichen Fortbewegungsmittel Kunstwerke der Stadt und deren Bezüge zu Zug zu erkunden.

Kuratiert von Matthias Haldemann

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