Samstag 16. März 2019

Notlandung des Zugerseebombers 1944 - Enthüllung der Gedenktafel

Brauchtum & Geschichte

Unteraltstadt, Zug

  • Datum 16.3.2019  10:30 - 11:00
  • Ort Unteraltstadt, Zug
  • Kategorie Geschichte
  • Vergünstigungen Gratis für alle / Freier Eintritt
  • Download Kurztext zum Zugerseebomber

Knapp an der Katastrophe vorbei
Die Notlandung des «Zugerseebombers» am 16. März 1944

Gedenkveranstaltungen
- Am 15.3.2019 findet um 19.30 Uhr im Reformiertes Kirchenzentrum Zug, Archesaal, Bundesstrasse 15, Zug, der Vortrag von Oskar Rickenbacher zum Zugerseebomber statt

- Am 16.3.2019 findet um 10.30 Uhr die Enthüllung der Gedenktafel Zug beim Wöschhüsli, Unteraltstadt, Zug statt.

- Am 16.3.2019 findet um 16.00 Uhr in der Rathus-Schüür in Baar der Vortrag von Oskar Rickenbacher zum Zugerseebomber statt



Der Angriff über Deutschland
Es tobt der Zweite Weltkrieg. 220 Bomber und weitere Begleitschutzflugzeuge der 8th US Air Force starten am frühen Morgen des 16. März 1944 ab vielen Flugplätzen in England. Ziel ist die Zerstörung der Messerschmitt-Flugzeugwerke und der Flugplätze bei Augsburg. Östlich von Stuttgart, bei Schwäbisch Gmünd, werden die Bomber von deutschen Jagdflugzeugen angegriffen. Der später im Zugersee gelandete viermotorige US Bomber B-17G («Fliegende Festung», mit Nickname «Lonesome Polecat», «einsames Stinktier») startet um 06.30 Uhr im englischen Great Ashfield, östlich von Cambridge. Von diesem Flugzeugtyp wurden 12 731 Stück hergestellt. Die Besatzung beträgt zehn Mann. Beim Angriff der deutschen Jagdflugzeuge östlich von Stuttgart wird der viermotorige Bomber an zwei Motoren und am Bug getroffen und schwer beschädigt. Der untere Kugelturmschütze Sgt. Charles W. Page ist schwer und der Bombenschütze Sgt. Carl J. Larsen leicht verletzt.

Der Flug Richtung Schweiz
Der Pilot 1st Lieutenant Robert W. (Bob) Meyer schert mit der beschädigten Maschine aus dem Bomberverband aus und fliegt in Richtung Schweiz. Die Bomben und weiteres Material wirft er über Deutschland ab. An der Grenze wird die Maschine von Schweizer Jagdflugzeugen abgefangen, die sie zum Flugplatz Dübendorf lotsen wollen. Meyer will aber Spanien erreichen. Erst als er die stark verschneiten Berner Alpen erblickt, entscheidet er sich im Raum Brünig umzudrehen. Er fliegt über den Vierwaldstättersee und Goldau in Richtung Zug und Baar. Über Baar springen neun Besatzungsmitglieder mit dem Fallschirm ab. Der Navigator 2nd Lieutenant Robert A. Williams verletzt sich tödlich, da sich sein Fallschirm nicht rechtzeitig öffnet. Die zwei Verletzten landen sicher und werden ins Asyl Baar überführt, wo sie von Dr. Karl Stutz (1894 –1980) und den Menzinger Schwestern die notwendige Pflege erhalten.

Die Notlandung auf dem Zugersee
Der 22-jährige Meyer steuert die Maschine auf den Zugersee. Nun fällt auch noch der dritte Motor aus. Mit einer grossartigen Leistung und viel Geschick kann Meyer auf dem Wasser landen. Er steigt aus dem Cockpit und springt ins kalte Wasser. Die Gebrüder Norbert und Werner Henggeler ziehen Meyer in ihr Ruderboot und bringen ihn in der Unteraltstadt Zug an Land. Eine grosse Zuschauerzahl verfolgt das Geschehen. Der Bomber versinkt kurz vor 13 Uhr ausserhalb des Casinos, rund 500 Meter vom Ufer entfernt. Ein Absturz über bewohntem Gebiet wäre eine Katastrophe gewesen.

Die Besatzungsmitglieder werden interniert, zuerst in Dübendorf, dann auf dem Berner Gurten, später in Adelboden und Wengen, wo sie in stillgelegten Hotels logieren. Der tödlich verunglückte Robert L. Williams wird mit militärischen Ehren bei der Protestantischen Kirche in Baar beerdigt, später nach Münsingen BE und schliesslich in die USA überführt.

Die Bergung des «Zugerseebombers» nach acht Jahren
1952 wird das Flugzeug nach zwei Monaten intensiver Vorbereitung durch den Garagisten Martin Schaffner aus Suhr AG, genannt «Bomber Schaffner» (1923 –1965), aus 45 Metern Tiefe gehoben und am 25. August 1952 in Zug beim ehemaligen Kiesplatz hinter dem heutigen Bootshafen mit Hilfe der Oberwiler Firma Risi an Land gebracht. Schaffner zeigt das Wrack in der ganzen Schweiz. Am letzten Ausstellungsort in St. Moritz-Bad wird das Flugzeug 1972 verschrottet. Einige wenige Teile des «Zugerseebombers» sind bei Sammlern und in Museen noch vorhanden.

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